Alle über einen Kamm - ein Kommentar zur Reform der Verkehrssünderdatei

Autofahrer sollen künftig ihre Verkehrssünden in einem Punkte-Tacho angezeigt bekommen, und notorische Rowdys können ihre Einträge in Flensburg nicht mehr loswerden. Das sind Kernpunkte der Reform der Verkehrssünder-Kartei. Ist die Vereinfachung gut? Ein Kommentar.

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- Mit dem Punkte-Tacho gegen Verkehrssünder

Es wird richtig einfach für Deutschlands Autofahrer. Statt umständlich Zahlen auszuwerten, können alle nun ganz einfach auf einen so genannten Punkte-Tacho schauen. Jeder Drehzahl-Freund wird feststellen: Wenn der Zeiger auf das rote Feld zeigt, ist das Ende bald erreicht – entweder greift die Drehzahlbegrenzung, oder der Lappen muss abgegeben werden. Unter diesem bunten Gesichtspunkt hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sein Ziel erreicht: Das Punktesystem soll einfacher werden. Hinzu kommt die Reduzierung der möglichen Punkte je Verkehrsdelikt. Statt bis zu sieben soll es nur noch einen oder zwei Punkte geben. Es wird einfacher.

Allerdings übersieht Ramsauer einen wichtigen Aspekt: Bei aller Mühe um eine Vereinfachung des Punktesystems gehen die Unterschiede zwischen den einzelnen Verkehrssünden verloren. Wer ohne besondere Gefährdung anderer mit Tempo 81 durch die Stadt rast, wird künftig ebenso mit zwei Punkten bestraft, wie ein Fahrer, der unter Drogen am Steuer sitzt und dabei nachweislich und konkret andere Menschen gefährdet.

Ramsauers Plan, den juristischen Dschungel zu lichten, geht also auf – allerdings vernichtet er die feine Differenzierung der Verstöße.

Von Reemt Bernert (rbe@hna.de)

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