Mit einer Sondermarke wird Helmut Kohl als Gestalter der deutschen Einheit geehrt

Altkanzler zum Abstempeln

Von einem alten Freund gestaltet: Ab heute ist die Helmut-Kohl-Marke in allen Verkaufsstellen der Deutschen Post erhältlich. Foto: dpa

Kassel. Schon zu Lebzeiten zigfach abgestempelt zu werden – dieses Privileg wird nur wenigen zuteil. Ab heute gibt es in den Verkaufsstellen der Deutschen Post die Helmut-Kohl-Sondermarke zu kaufen. Für 55 Cent ist der Altkanzler (Amtszeit 1982 – 1998) zu haben: quadratisch, zackig, staatsmännisch lächelnd. Die Auflage der Briefmarke liegt bei fünf Millionen Stück.

„Kanzler der Einheit, Ehrenbürger Europas“ steht auf der Marke, als müsste die Veröffentlichung begründet werden. Umstritten ist die Ehrung allein schon wegen Kohls unrühmlicher Rolle in der Parteispendenaffäre. Umstritten ist die Marke aber auch, weil gemeinhin in der Bundesrepublik (mit Ausnahme von Bundespräsidenten) keine noch lebenden Personen berücksichtigt werden.

Eine Ausnahme dieser Regel bildete aber bereits der aus Deutschland stammende Papst Benedikt XVI., der 2007 zu seinem 80. Geburtstag mit einer Sondermarke geehrt wurde. Zuvor hatte es hier und da Marken gegeben, auf denen etwa Fußballspieler wie Uli Hoeneß zur Weltmeisterschaft 1974 oder Schauspieler wie Inger Nilsson im Jahr 2001 als Pippi Langstrumpf – allerdings nur sehr klein – zu sehen waren. Dabei stand aber niemals die Person im Mittelpunkt.

Mehrfach hatte es in der CDU und der CSU Initiativen gegeben, Kohl als Gestalter der deutschen Einheit mit einer Briefmarke zu ehren. Das Konterfei durfte Kohl selbst mit aussuchen. Gestaltet hat die Marke Prof. Coordt von Mannstein aus Solingen, dessen Werbeagentur einst auch Kohls Wahlkämpfe mitgestaltet hatte. Delikat: In Deutschland ist der Bundesfinanzminister für Briefmarken zuständig, und Minister Wolfgang Schäuble ist nun wirklich kein enger Freund Kohls mehr.

Von Jan Schlüter

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