Trotz Tibet meint Altkanzler Schmidt

"China ist das friedlichste große Land aller Zeiten"

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt ( SPD) gestikuliert am Donnerstag während eines Gesprächs mit dem ehemaligen US-Außenminister Kissinger auf der Konferenz " The Hamburg Summit: China meets Europe" in der Handelskammer in Hamburg.

Hamburg - Ist China - trotz Tibet - das friedlichste große Land aller Zeiten? Das meint Altbundeskanzler Helmut Schmidt (SPD). Er sieht keine kriegerischen Ambitionen hinter der massiven Aufrüstung Chinas.

„China ist das friedlichste große Land in der Weltgeschichte. Von dieser Tradition wird es sich nicht lösen“, sagte Schmidt am Donnerstag auf der deutsch-chinesischen Wirtschaftskonferenz Hamburg Summit.

China rüstet seit Jahren seine Armee kräftig auf und hat erst vor Kurzem etwa seinen ersten Flugzeugträger in Betrieb genommen.

Schmidt sagte, China habe praktisch keine Tradition, andere Staaten zu unterwerfen. „Die Chinesen haben niemals ein fremdes Land kolonialisiert“, sagte er. Er nannte als Einschränkung Tibet und die chinesische Provinz Xinjiang, wo eine ethnische Minderheit unterdrückt wird.

Angela Merkel zu Gast in China - Bilder vom Staatsbesuch

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Der Altbundeskanzler, der auch einst Bundesverteidigungsminister war, sagte, er sei nicht beunruhigt über den Konflikt zwischen China und Japan über mehrere einsame Inseln im Südchinesischen Meer. „Ich sorge mich mehr über den wachsenden Nationalismus, der in China und Japan möglicherweise noch nicht seinen Höhepunkt erreicht hat.“

Schmidt gilt seit seiner Regierungszeit als guter Kenner Chinas. Er bereitet derzeit ein neues Buch über das asiatische Land vor.

Schmidt sprach in der Hamburger Handelskammer vor mehreren Hundert Managern, Politikern und Funktionären. Während seiner Diskussion mit dem Autor Theo Sommer rauchte er auf offener Bühne mehrere Zigaretten.

dapd

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