Altkanzler für Bankenregulierung

Schmidt: Euro stabiler, als DM je war

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Altbundeskanzler Helmut Schmidt

München - Altbundeskanzler Helmut Schmidt kann die Ängste der Bürger um die Stabilität des Euro nicht teilen. Die Währung sei stabiler als es die DM je war. Nachbesserungsbedarf sieht er trotzdem.

Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat sich für eine strikte Bankenregulierung ausgesprochen. Das Versprechen der Politik nach der Pleite der US-Investmentbank Lehman-Brothers, die Banken stärker an die Kandare zu nehmen, sei nicht eingelöst worden, sagte Schmidt in einer Diskussionsveranstaltung mit dem bayerischen SPD-Ministerpräsidenten-Kandidaten Christian Ude am Dienstagabend in München. Mittlerweile habe sich die Finanzbranche in den USA wieder „total erholt“ und verfüge über genauso viel Macht wie vor Ausbruch der Weltfinanzkrise im Jahre 2008. Mit der Schaffung einer EU-weiten Bankenaufsicht sei zwar ein Anfang gemacht. Dieser Anfang drohe jedoch, von der Realität überholt zu werden.

Schmidt gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich die EU-Staaten doch noch dazu entschließen, die versäumte Regulierung auch „gegen den Willen der Bankiers“ nachzuholen und „ihnen vorzuschreiben, was sie dürfen und was sie nicht dürfen“. Mit Blick auf Deutschland sprach sich Schmidt dafür aus, die Zahl der Landesbanken drastisch zu verkleinern. „Eine oder zwei Landesbanken wären genug.“

Die Ängste vieler Bürger um die Stabilität des Euro teilte Schmidt nicht. „Heute ist der Euro stabiler als es die DM je gewesen ist.“ Sorge bereiteten ihm allerdings die riesigen deutschen Exportüberschüsse. „Das ist sehr unerfreulich, weil Deutschland letztlich für die Schulden der anderen einstehen muss.“

dapd

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