Bundesweites Pilotprojekt

Amazon bildet künftig Flüchtlinge aus

Bad Hersfeld. In einem bundesweiten Pilotprojekt bei Amazon werden ab September fünf Flüchtlinge beim Versandhändler eine Ausbildung beginnen. Ausgebildet werden sie in Bad Hersfeld zu Fachlageristen, wie das Unternehmen mitteilte.

Seit vergangenen Oktober sind sie bereits in vorbereitenden Fördermaßnahmen wie etwa Sprachkursen, damit sie in der Berufsschule mithalten könnten. Unterstützt wird Amazon dabei vom Werra-Meißner-Kreis. Dort ist das Qualifizierungsprogramm für die Ausbildung angesiedelt. Finanziert wird das Projekt zu 90 Prozent vom Bund und zu zehn Prozent vom Kreis Werra-Meißner, sagte Jörg Klinge, Pressesprecher des Kreises.

Bereits im Weihnachtsgeschäft hatte der Online-Händler auf die Mitarbeit von 55 Flüchtlinge gesetzt. 38 von ihnen haben an den zwei Standorten in Bad Hersfeld bereits einen festen Job. „Einige von ihnen zeichnen sich durch besonderes Engagement aus“, sagte Christian Dülfer, stellvertretender Standortleiter des älteren der beiden hessischen Warenlager in Bad Hersfeld. Sie würden nun bereits ihre Landsleute anlernen. Insgesamt beschäftigt Amazon Menschen aus 67 Nationen.

Dennoch: Es werde einiger Anstrengungen bedürfen, die Flüchtlinge zu qualifizieren, aber das Unternehmen wolle soziales Engagement zeigen, sagte Dülfer.

Für beide Logistikzentren sucht der Online-Händler Mitarbeiter - vom Versandmitarbeiter bis zum Abteilungsleiter.

Stillstand bei Tariffragen 

Wenig bewegt sich hingegen beim Streit zwischen Amazon und der Gewerkschaft Verdi. Auch im Jahr vier der Streiks sieht der Online-Händler keinen Grund, um mit der Gewerkschaft über die Bezahlung seiner Mitarbeiter in den deutschen Versandzentren zu reden. Verdi fordert für die bundesweit rund 11 000 Beschäftigten eine Bezahlung nach dem Tarifvertrag für den Einzelhandel, Amazon lehnt dies ab. Seit 2013 kommt es bundesweit immer wieder zu Streiks. Zuletzt legten an den zwei Standorten in Bad Hersfeld vor Ostern gut 270 Beschäftigte die Arbeit nieder.

In beiden Logistikzentren arbeiten rund 3700 Menschen (der ältere Standort zählt 1100, der zweite kommt auf 2600). Die Quote der unbefristet Beschäftigten liegt bei 80 beziehungsweise bei 70 Prozent. Und die Fluktuation? „Sie liegt im niedrigen einstelligen Prozentbereich“, sagt Dülfer.

Amazon betont, dass in den Logistikzentren am oberen Ende dessen gezahlt werde, was „für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist, an allen Standorten in Deutschland umgerechnet aber mindestens zehn Euro brutto pro Stunde“, heißt es aus der Amazon-Zentrale in München.

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