Amnesty sieht Meinungsfreiheit in Ägypten in Gefahr

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 Ein Ägypterin hält die Kopie eines Korans auf dem Tahrir-Platz in Kairo.

Kairo - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sieht die Meinungsfreiheit in Ägypten in Gefahr. Seitdem die Islamisten an der Macht sind, häufen sich Anklagen wegen „Beleidigung der Religion“.

Straftatbestand der Blasphemie werde zunehmend dazu missbraucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, warnte der Amnesty-Beauftragte für die Region, Hassiba Hadj Sahraoui, und sprach von „gefährlichen Präzedenzfällen“. Amnesty setzt sich unter anderem für die Freilassung des 27 Jahre alten Albert Saber Ajad ein, dem bis zu sechs Jahre Haft wegen „Beleidigung der islamischen und christlichen Religion“ drohen. Am Mittwoch beschuldigte ihn die Anklage im Prozess in Kairo, sich des „Unglaubens“ schuldig gemacht zu haben.

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Seitdem die Islamisten in Kairo regieren, häufen sich die Anklagen wegen „Beleidigung der Religion“. Ajad, der aus einer christlichen Familie stammt und selbst nicht religiös ist, werden religionskritische Äußerungen zum Vorwurf gemacht, die er im Internet veröffentlicht hatte. Der junge Mann soll in der Untersuchungshaft auf Geheiß eines Gefängniswärters von anderen Häftlingen schwer misshandelt worden sein. Ajad hatte im vergangenen Jahr an den Protesten gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak teilgenommen.

Nach Informationen des Nachrichtenportals der Kairoer Tageszeitung „Al-Masry Al-Youm“ wird der Prozess vor dem Strafgericht Al-Marg in Kairo am 14. November fortgesetzt.

dpa

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