Amnesty wirft Israel mögliche Kriegsverbrechen in Gaza vor

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Eine palästinensische Familie in den Trümmern ihres Hauses in Gaza-Stadt. Foto: Mohammed Saber/Archiv

Tel Aviv (dpa) - Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat Israel mögliche Kriegsverbrechen in den letzten Tagen des Gaza-Kriegs vorgeworfen. Das Militär habe mit vier Angriffen mehrere Hochhäuser vollständig zerstört, hieß es in einem Bericht der Organisation.

Dabei sei zwar niemand getötet worden. Die Angriffe seien jedoch "Beispiele von offenbar absichtlicher und gezielter Zerstörung von zivilen Gebäuden und Besitztümern in großem Umfang und ohne militärische Notwendigkeit", schrieb Amnesty. Israel weist diese Vorwürfe zurück.

Amnesty zufolge erschienen die Attacken als eine "kollektive Bestrafung der Einwohner von Gaza". Sollte dies wirklich der Fall sein, wäre es ein schwerer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und damit ein Kriegsverbrechen, hieß es in dem Bericht.

"Diese Angriffe müssen unabhängig und unvoreingenommen untersucht werden", forderte Amnesty. Israel könne dies nicht selbst tun, sondern müsse einer UN-Untersuchungskommission ungehinderte Arbeit ermöglichen.

Die israelische Botschaft in London sprach in einer Mitteilung von "unbegründeten Anschuldigungen". Amnesty ignoriere, dass die Hamas "systematisch und vorsätzlich" zivile Infrastruktur für militärische Zwecke nutze. Dass Israel seine konkreten Ziele nicht in allen Fällen veröffentliche, liege daran, dass dies "nachrichtendienstliche Quellen" gefährden könnte. Um zivile Opfer zu vermeiden warne Israel die Anwohner beispielsweise durch Telefonanrufe und Flugblätter.

Israel und die im Gazastreifen herrschende Hamas lieferten sich im Juli und August einen 50-tägigen Krieg. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden dabei 2230 Menschen getötet oder starben später an ihren Verletzungen. Rund 11 000 Palästinenser wurden verletzt. Auf der israelischen Seite wurden mehr als 70 Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Bericht von Amnesty

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