Debatte um Zuschauerzahlen

Amtseinführung: Trump-Beraterin spricht von „alternativen Fakten“

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Wie viele Leute waren wirklich bei der Amtseinführung von Trump vor Ort?

Washington - Ist das ein erster Vorgeschmack auf die nächsten vier Jahre? Trump-Beraterin Conway spricht bei der Zuschauerzahl bei der Amtseinführung von „alternativen Fakten“.

In der Kontroverse um die angeblich falsche Medienberichterstattung über die Zahl der Zuschauer bei der Vereidigung von US-Präsident Donald Trump hat dessen Spitzenberaterin Kellyanne Conway nachgelegt. Conway rechtfertige beim Sender NBC die Äußerungen von Trumps Sprecher Sean Spicer am Sonntag damit, dieser habe "alternative Fakten" präsentiert.

Spicer hatte zuvor bei seiner ersten Presseunterrichtung im Weißen Haus von einer "absichtlich falschen Berichterstattung" der Medien gesprochen. "Das war die größte Zuschauerzahl, die jemals einer Amtseinführung beigewohnt hat", sagte er. "Punkt." Die Versuche, die Begeisterung bei Trumps Amtseinführung zu schmälern, seien "beschämend und falsch". Er drohte gar damit, die Medien dafür "zur Rechenschaft zu ziehen".

Trump bezichtigt Medien der Lüge

Die Parade bei der Amtseinsführung von Trump.

Trump selbst warf den US-Medien am Samstag vor, über die Zahl der Zuschauer bei seiner Vereidigung gelogen zu haben. Er habe am Freitag am Kapitol, dem Sitz des US-Kongresses, "eine Million, anderthalb Millionen Menschen" gesehen. Die Medien hätten aber einen Bereich gezeigt, "wo praktisch niemand stand", und behauptet, er habe nicht viele Zuschauer angezogen. Die Behörden in Washington hatten nach der Amtseinführung keine offiziellen Teilnehmerzahlen herausgegeben. Auf Fernsehbildern war jedoch zu sehen, dass die Fläche zwischen dem Kapitol und dem Washington Monument nicht vollständig gefüllt war. Vergleichsbilder zeigten zudem, dass deutlich weniger Menschen anwesend waren als bei Barack Obamas Amtseinführung 2009.

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Proteste gegen Trump - Los Angeles
Hier sehen Sie Bilder der Anti-Trump-Demonstrationen von Freitag und Samstag. © dpa
Women&#39s March On Washington
Scarlett Johansson. © AFP
Proteste gegen Trump - "Marsch der Frauen" in Washington
Emma Watson. © dpa
Women&#39s March On Washington
Emma Watson. © AFP
Proteste gegen Trump - "Marsch der Frauen" in Washington
Madonna. © dpa
Proteste gegen Trump - "Marsch der Frauen" in Washington
Madonna. © dpa
Proteste gegen Trump - Los Angeles
US-Schauspielerin Jane Fonda und ihr Sohn Troy Garity. © dpa
Proteste gegen Trump - - Washington
Schauspielerin Ashley Judd. © dpa
Proteste gegen Trump -
US-Schauspielerin Marcia Gay Harden (l-r), Sängerin Miley Cyrus und Aktivistin Jane Fonda. © dpa
Proteste gegen Trump in New York
Schauspielerin Cynthia Nixon und Helen Mirren. © dpa
Proteste gegen Trump in New York
Schauspielerin Whoopie Goldberg. © dpa
Proteste gegen Trump - New York
Schauspielerin Julianne Moore. © dpa
Proteste gegen Trump - New York
Sängerin Cher. © dpa
Proteste gegen Trump - "Marsch der Frauen" in Washington
Michael Moore. © dpa
Proteste gegen Trump - Boston
Proteste gegen Trump - Boston © dpa
Proteste gegen Trump - Vancouver
Proteste gegen Trump - Vancouver © dpa
Proteste gegen Trump - Chicago
Proteste gegen Trump - Chicago © dpa
Proteste gegen Trump - Washington
Proteste gegen Trump - Washington © dpa
Proteste gegen Trump - Los Angeles
Proteste gegen Trump - Los Angeles © dpa
Proteste gegen Trump - Washington
Proteste gegen Trump - Washington © dpa
Proteste gegen Trump - New Orleans
Proteste gegen Trump - New Orleans © dpa
Proteste gegen Trump - Washington
Proteste gegen Trump - Washington © dpa
Proteste gegen Trump - New York
Proteste gegen Trump - New York © dpa
Proteste gegen Trump - Denver
Proteste gegen Trump - Denver © dpa
Proteste gegen Trump - San Francisco
Proteste gegen Trump - San Francisco © dpa
Proteste gegen Trump - San Francisco
Proteste gegen Trump - San Francisco © dpa
Proteste gegen Trump - Los Angeles
Proteste gegen Trump - Los Angeles © dpa
Proteste gegen Trump - New York
Proteste gegen Trump - New York © dpa
Proteste gegen Trump - New York
Proteste gegen Trump - New York © dpa
Proteste gegen Trump - San Francisco
Proteste gegen Trump - San Francisco © dpa

Die Bezeichnung "alternative Fakten" fügt sich in die Debatte um zunehmend emotional statt mit Fakten geführten politischen und gesellschaftlichen Debatten ein. Anfang Dezember kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache das Kunstwort "postfaktisch" zum Wort des Jahres. Das deutsche Wort "postfaktisch" lehnt sich dabei an den englischen Begriff "post truth" an, das die renommierte britische Wörterbuchreihe Oxford Dictionaries bereits Mitte November zum Wort des Jahres gewählt hatte.

Trump und Netanjahu wollen eng zusammenarbeiten

Unterdessen hat Trump in einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu seine ungeinschränkte Unterstützung für Israel deutlich gemacht. Wie das Weiße Haus am Sonntag nach einem Telefonat der Politiker mitteilte, waren sich beide einig über die "Bedrohungen durch den Iran". Trump lud Netanjahu für Februar ins Weiße Haus ein. Die israelischen Behörden genehmigten nach dem Regierungswechsel in Washington weitere Siedlerwohnungen in Ost-Jerusalem.

Das Weiße Haus erklärte, Trump und Netanjahu hätten ihren Willen bekräftigt, bei vielen regionalen Themen eng zusammenzuarbeiten, etwa mit Blick auf die "Bedrohungen durch den Iran". Damit unterstrich das Weiße Haus, dass mit der neuen US-Regierung ein härterer Kurs Washingtons gegenüber Teheran zu erwarten ist. Trump ist wie Netanjahu ein entschiedener Gegner des in jahrelangen multilateralen Verhandlungen unterzeichneten Atomabkommens mit dem Iran.

Netanjahus Büro erklärte, Trump habe den israelischen Regierungschef für kommenden Monat nach Washington eingeladen, der genaue Termin werde in den kommenden Tagen festgelegt. Das Telefonat der beiden sei sehr "warmherzig" gewesen. Es sei unter anderem um das Atomabkommen mit dem Iran und den Friedensprozess mit den Palästinensern gegangen. Netanjahu habe seinen Wunsch bekräftigt, eng mit Trump zusammenzuarbeiten, um "eine gemeinsame Vision" zu erarbeiten, mit der "Frieden und Stabilität in der Region vorangebracht" würden.

AFP

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