Andrzej Duda ist der neue Präsident von Polen

Vom Pfadfinder zum Präsidenten: Andrzej Duda (43). Foto: dpa

Hoffnung auf Wandel in Polen: Anfang des Jahres war er noch ein Mann aus der zweiten Reihe. Jetzt steht er an der Spitze eines ganzen Staates: Andrzej Duda.

Mit über der Hälfte aller Wählerstimmen wurde der 43-Jährige zum jüngsten Staatsoberhaupt in der Geschichte des Landes gewählt - und gestern vereidigt. Doch die polnische Bevölkerung wählte mit ihm auch den Wunsch nach einem Wandel.

Im Wahlkampf präsentierte sich Duda stets sozial, traf sich mit Menschen. Morgens gegen sechs Uhr schenkte er Pendlern an U-Bahn-Stationen Kaffee aus, mischte sich unters Volk und fokussierte sich auf innenpolitische Themen. Außenpolitisch will er selbstbewusster auftreten als seine politischen Gegner, denen er vorwirft, zu weich gegenüber Brüssel und Berlin zu agieren.

Im Wahlkampf präsentierte er die schönsten Seiten von Krakau, nicht aber seine bescheidene Wohnung zwischen Plattenbauten am nördlichen Stadtrand im Viertel Pradnik Bialy. Wie eine Lokalzeitung berichtet, sollen ihn Nachbarn als freundlich und hilfsbereit beschrieben haben - und nie nachlässig gekleidet, wenn er den Müll rausbrachte. Wer die Anwohner jetzt fragt, bekommt zu hören: „Der war im Europaparlament in Brüssel und davor in der Regierung in Warschau, also fast nie hier.“

Von 1984 bis 1990 durchstreifte Andrzej Duda als Pfadfinder seine Heimat. Er kam 1972 als Sohn eines Professorenehepaars in Krakau zur Welt, studierte Jura, promovierte im Fach Verwaltungsrecht und wurde akademischer Mitarbeiter.

2005 begann er, sich politisch als Rechtsberater für die nationalkonservative Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) zu engagieren. Dann war er Staatssekretär, zuletzt beim damaligen Präsidenten Lech Kaczynski. Die Regierungszeit war damals von Konflikten geprägt. Daher löst die Wiederkehr der Partei in Polen und Europa gemischte Gefühle aus. 2011 wurde Duda ins polnische Parlament gewählt, 2014 ins Europaparlament. Er ist mit der Deutschlehrerin Agata Kornhauser-Duda verheiratet, mit der er eine Tochter hat. Mit ihm hofft das junge Polen auf einen Wandel.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.