Angela Merkel

Rente: Wie Geflüchtete der Altersvorsoge der Deutschen helfen

Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgte mit ihrer Entscheidung zur Aufnahme von Geflüchteten für kontroverse Diskussionen. (Archivbild)
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Geht demnächst auch in Rente: Bundeskanzlerin Angela Merkel. (Archivbild)

Für ihre Zuwanderungspolitik wird Bundeskanzlerin Angela Merkel häufig kritisiert. Dabei haben die Geflüchteten der deutschen Ökonomie sogar geholfen.

Berlin - Am 26. September findet in Deutschland die Bundestagswahl 2021* statt. Die Ära von Bundeskanzlerin Angela Merkel* geht zu Ende. Die Politikerin tritt nicht mehr an und geht nach 16 Jahren Kanzlerin und 31 Jahren als Bundestagsabgeordnete bald in Rente. Wer auf die vergangenen Jahre zurückblickt, sieht neben neuen Gesetzen und Fortschritten auch viele Krisen und umstrittene Entscheidungen. Beispielsweise die Ehe für alle oder der Atomausstieg sorgten sogar innerhalb ihrer Partei, der CDU*, für Unmut.

2015 wurde im ganzen Land Merkels Entscheidung zur Aufnahme von Geflüchteten kontrovers diskutiert. Während viele die Entscheidung der Bundeskanzlerin* unterstützten, gab es auch einige, die die Schließung der deutschen Grenzen vorgezogen hätten.

Angela Merkel: Mehr als 5 Millionen Geflüchtete kamen nach Deutschland

In diesem Jahr kamen mehr als 2 Millionen Menschen nach Deutschland, die nächsten fünf Jahre folgten noch einmal etwa 3 Millionen Geflüchtete. Dieser Zuwachs an Menschen sorgt auch heute immer noch für kontroverse Diskussionen in gewissen Kreisen. Und das, obwohl die Bevölkerungsentwicklung laut dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung seit 2015 weitgehend stagnierte.

Dagegen ist die Zahl der Erwerbstätigen laut Faz.de seit Merkels erster Wahl zu Bundeskanzlerin kontinuierlich gestiegen. Sogar über die Finanzkrise 2008 bis zur Corona*-Pandemie im letzten Jahr ist der Effekt zu erkennen. Zudem sank die Arbeitslosenquote von 2015 bis 2019 von 6,3 auf 5 Prozent - und das trotz gestiegener Zuwanderung.

Merkel: Durch Geflüchtete Effekt auf die Altersstruktur erkennbar

Trotzdem liegt beispielsweise die Beschäftigungsquote von Ausländern niedriger als die der Gesamtbevölkerung. Dagegen liegt die Quote der Hartz-IV*-Empfänger und Empfängerinnen hingegen höher. Laut Daten des der Bundesagentur für Arbeit haben Menschen, die aus Hauptherkunftsländern von Asylbewerbern zugewandert sind, besonders niedrige Beschäftigungs- und besonders hohe Hartz-IV-Quoten.

Allerdings haben die Geflüchteten, die seit 2015 nach Deutschland kamen, laut Faz.de einen sichtbaren Effekt auf die Altersstruktur in Deutschland und dadurch auch auf die Rente. So gibt es heute mehr Kinder unter 5 Jahren und mehr Menschen zwischen 30 und 40. Diese Veränderung hat Auswirkungen auf die deutschen Sozialsysteme.

Angela Merkel: Mit Zuwanderungspolitik die Rentenkasse aufbessern

Deutschland hat wie andere Länder mit dem Problem der Überalterung zu kämpfen. So gibt es viele Menschen in den Altersgruppen zwischen 50 und 60. Diese Personen werden durch die steigende Lebenserwartung noch für mehrere Jahrzehnte Teil der Gesellschaft sein – und ebenfalls Ansprüche auf Rente* haben. Da trifft es sich sehr gut, dass durch die Geflüchteten jüngeren Leute dazukommen, die in die Rentenkasse einzahlen. 

So ist laut Faz.de seit 2015 das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentnern* besser geworden. Die Quote wuchs von 2,05 auf 2,13 – und zwar durch Zuwanderung. Angela Merkel kann sich in ihrer 16 Jahre langen Kanzlerschaft also einiges vorwerfen lassen, einen negativen Effekt ihrer Zuwanderungspolitik auf die Ökonomie Deutschlands allerdings nicht.

Wird die zukünftige Bundesregierung für „stabile Renten“* sorgen können? Einige Parteien versprechen dies zumindest. Die Werbung rund um die Altersversorgung wird vermehrt zum Wahlkampfthema der Parteien. (Luisa Ebbrecht) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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