Wahlkampf-Finale auf dem Marienplatz

Angela Merkel in München: Kanzlerin gnadenlos ausgepfiffen

+
Kanzlerin Angela Merkel erlebte am Freitagabend in München ein gellendes Pfeifkonzert.

Wahlkampf-Hölle für die Kanzlerin in München. Angela Merkel wurde am Freitag auf dem Marienplatz massiv ausgebuht. Zum Ticker vor der Bundestagswahl 2017.

  • Gellendes Pfeifkonzert am Freitagabend für Kanzlerin Angela Merkel auf dem Marienplatz in München bei der Abschlussveranstaltung der CSU im Bundestags-Wahlkampf.
  • Laute Pfiffe und „Hau ab!“-Rufe gegen die Kanzlerin.
  • Die AfD und Pegida hatten wenige Meter entfernt eigene Veranstaltungen angemeldet. 
  • München erlebte einen Höhepunkt der Anti-Merkel-Proteste (wie es sie zuvor unter anderem bei Merkel-Kundgebungen in Bitterfeld, in Torgau, in Rosenheim und an etlichen anderen Orten gab).
  • Schon bei den Wahlkampf-Auftritten der Kanzlerin am Freitag in Heppenheim (Hessen) und Ulm (Baden-Württemberg) gab es laute Pfiffe, Buhrufe und „Merkel muss weg!“-Rufe.
  • Neben der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden sprachen in München auch Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer, CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann und CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer.
  • Reporterinnen vor Ort: Charlotte Braatz und Lena Reinholdt.
  • Wie die Bundestagswahl 2017 ausgeht, können Sie in unserem Live-Ticker verfolgen.

Unser Live-Ticker zum Nachlesen: 

21.50 Uhr: Diesen Auftritt haben sich CDU und CSU sicher anders vorgestellt. Die Rede von Kanzlerin Angela Merkel auf dem Marienplatz in München ging in einem gellenden Pfeifkonzert unter. Auch wenn das Mikrofon bei Merkels-Rede lauter gedreht wurde: Die Proteste konnte dieser technische Kniff nicht annähernd überdecken. Merkel ging zwar kurz auf ihre Gegner ein: „Mit Pfeifen und mit Brüllen wird man die Zukunft Deutschlands sicher nicht mitgestalten.“ Doch es half wenig. Die 30-minütige Rede wurde von Pfiffen, Buh-Rufen und „Hau ab!“-Chören begleitet. Der Protest kam nicht nur von AfD und Pegida, die in der Nähe des Marienplatzes Veranstaltungen angemeldet hatten, sondern auch von Merkel-Gegnern aus der linken Szene, die ebenfalls aufmarschierten. 

Das Reizthema Obergrenze sprachen weder Merkel noch CSU-Chef Horst Seehofer an. Die Kanzlerin betonte lediglich (wie bei jedem Auftritt im Wahlkampf): „Eine Situation wie im Herbst 2015 darf sich nicht wiederholen.“

CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann forderte bei seiner Rede in München zwar eine Obergrenze und Grenzkontrollen. Aber: Auch er dürfte wissen, dass die Kanzlerin beides bislang immer kategorisch ausgeschlossen hat. Und so wird das Pfeifkonzert nicht leiser, als er das Thema Obergrenze anspricht, das viele CSU-Wähler bewegt.

Am Samstag ist Kanzlerin Angela Merkel noch mal in ihrem Wahlkreis in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs. Dann hat es sich in diesem Wahlkampf ausgeredet. Ob sie in der Heimat vor Pfiffen und Buh-Rufen verschont bleibt, die sie den ganzen Wahlkampf begleiteten?

Angela Merkel in München: Kocht Streit um Obergrenze wieder hoch?

Die Nachrichtenagentur AFP analysiert das Ende des CSU-Wahlkampfes so: 

„Lange hatte CSU-Chef Seehofer die These vertreten, dass er einen Absturz der AfD erwartet und nicht mit ihrem Einzug in den Bundestag rechnet. Doch inzwischen scheint auch Seehofer nicht mehr von seinen Aussagen überzeugt. Inzwischen verteidigt er vorauseilend die Wahlkampfstrategie, die genau richtig gewesen sei - es wirkt ein bisschen wie eine Brandmauer für mögliche Kritik am Wahlsonntag.

Für Merkel und Seehofer steht viel auf dem Spiel. Ihren Streit über die Obergrenze für Flüchtlinge konnten sie nicht beilegen, was ihre Gegner genüsslich im Wahlkampf auskosteten. Selbst wenn sie nun wie prognostiziert die Mehrheit holen, stünde in Koalitionsverhandlungen weiter der Konflikt: Merkel hat die Garantie gegeben, dass keine Obergrenze kommt - Seehofer garantiert, dass eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen kommt.

Für Seehofer geht es darüber hinaus auch um die bayerische Landtagswahl: Er wollte sich am Sonntag Rückenwind für die Abstimmung in einem Jahr holen - und muss nun fürchten, dass die AfD auch in Bayern zur festen Größe wird und der CSU ihre konservativen Wähler und damit die absolute Mehrheit abtrotzt.“

21.24 Uhr: Wir die Nachrichtenagentur AFP berichtet, wurde bei Merkels Auftritt in München am Mischpult die Lautstärke hochgedreht, Die der Kanzlerin durch CSU-Chef Horst Seehofer war zuvor schon kaum zu hören. Aber es half nur wenig: Das Pfeifkonzert und die „Hau Ab!“-Rufe waren auf dem Marienplatz so laut wie die Kanzlerinnen-Worte aus dem Lautsprecher.

Merkel in München: „Unfassbar, wie eine Kanzlerin so überheblich über die Realität der Menschen hinweggeht“

20.41 Uhr: Ein „Bürgerin“ (Bürokauffrau) rechnet nach Angela Merkels Auftritt in München mit der Kanzlerin ab: „Für mich ist es unfassbar, wie eine Kanzlerin so starr im Amt überheblich über die Realität der Menschen hinweggeht. Man hat in München sehr genau gesehen, dass 50 Prozent unzufrieden waren, protestiert haben, laut waren, gepfiffen haben. Und dass die Frau Merkel über die Realität so hinweggeht und versucht, die Menschen zu manipulieren, wie gut es uns geht und was sie alles erreicht hat. Das ist für mich unfassbar. Die Menschen haben keine Arbeit mehr, die können ihre Wohnungen nicht mehr bezahlen. Die Mütter haben keine Kita-Plätze mehr. Jeder hat Angst vor der Rente. Die Pflegeheime sind defizitär. Ich bin erschüttert wie realitätsfremd die Frau Merkel ist, wenn sie sagt: ‚Es ging uns noch nie so gut wie heute.‘ Wenn sie jeden hier fragen, ob er mit seinem Leben zurecht kommt. Ob er die Miete zahlen kann, ob er seine Kinder durchkriegt. Ober er einen Kita-Platz hat. Ob die Eltern gut untergebracht sind. Alle Menschen sind verunsichert und haben Angst. Alle! In meinen Augen ging es Deutschland noch nie so schlecht. Ich kann nicht verstehen, wie Merkel sich hinstellen kann und so tut, als wäre nichts.“   

Merkel in München: Helmut Strobler kritisiert die Kanzlerin wegen ihrer Ablehnung einer Obergrenze

20.30 Uhr: Helmut Strobler (72 aus Freising) war auch bei der Rede der Kanzlerin in München. Er kann nicht verstehen, warum Merkel die Obergrenze ablehnt. „Diese Flüchtlinge kommen alle nach Deutschland, weil sie wissen, dass sie hier die meiste Sozialhilfe kriegen. Und da bin ich dagegen. Seit zehn Jahren haben wir zu wenige bezahlbare Wohnungen in Deutschland. Und jetzt haben wir eine Million Menschen mehr. Wo sollen diese Leute leben?“

Helmut Strobler (72, Rentner).

20.10 Uhr: Andreas Häusler (46, Elektroingenieur) meint: „Eine Koalition Aus CSU und CDU widerspricht sich.“ Er will bundesweite Volksentscheide. „Aber das scheitert an Merkel.“

Andreas Häusler (46, Elektroingenieur).

20.02 Uhr: Eine „Frau aus der Patrioten-Szene“ mit dem Künstlernamen „Sandrea“ meint nach Merkels Auftritt in München: „Wenn Frau Merkel ihr Land lieben würde, dann würde sie sich komplett anders verhalten. Man könnte Flüchtlingen direkt vor Ort helfen, europaweite Organisationen zusammenfügen. Aber es geht nicht, dass Frau Merkel die halbe Welt nach Deutschland holt. Deutschland braucht Schutz und Sicherheit und keine Überfremdung. Ich habe nichts gegen einzelne Einwanderer. Aber nicht diese Massen-Einwanderung, die das Land in den nächsten 10 bis 20 Jahren in Unruhen stürzt. Es kann nicht gehen, dass in einem Land so viele Kulturen und Religionen leben. Die Leute, die die warnenden Stimmen beschimpfen, sind einfach nur naiv.“

„Sandrea“ aus der „Patrioten-Szene“.

Merkel in München: So erlebten die Zuhörer das Pfeifkonzert

20.02: Wie erlebten die Zuhörer die Atmosphäre bei der Merkel-Rede in München? Barbara Maurer (66) meint zu den Pfiffe: „Keine Art des Umgangs!“ Sie fand es hinten, wo sie stand, sehr laut und störend. "Wenn man sie mal fragt, haben sie bestimmt nicht viel zu sagen ohne ihre Trillerpfeife."

Argun G.

20.00 Uhr: Argun G. (33, Datenerfasser bei einer Zeitarbeitsfirma) möchte mit einer Türkei-Flagge ein Zeichen setzen für Buntheit und Toleranz. Er ist SPD- und Grünen-Anhänger. Er ist nicht für AfD, nicht für Merkel und nicht für Extremismus. Zu den Störern sagt er: „Machen viel Lärm, aber sind ja nicht viele.“

20.01 Uhr:

 

Weder in München noch bei ihren acht anderen Wahlkampfauftritten in Bayern thematisierte Merkel die Obergrenze. Die Kanzlerin streifte das Reizthema in ihrer Rede nur am Rande: „Das was 2015 war, das darf, soll und das wird sich auch nicht wiederholen. Wir haben aus den Ereignissen von damals gelernt.“

Mit einer Sache dürften aber weder Merkel noch Seehofer in dieser geballten Form gerechnet haben: Pausenlos schallt ihnen ein gigantisches Pfeifkonzert entgegen. „Mit Pfeifen und Brüllen wird man die Zukunft unseres Landes mit Sicherheit nicht gestalten“, sagt Merkel. Der Applaus kann den Protest nur kurz übertönen.

Auftritt in München Debakel für Merkel

19.56 Uhr: Das war ein Debakel für die Kanzlerin: Angela Merkel wurde beim Wahlkampf-Finale der CSU gnadenlos ausgepfiffen und ausgebuht. AfD und Pegida hatten in München Protest-Veranstaltungen organisiert. Das Pfeifkonzert übertönte über weite Strecken ihrer Rede den Applaus. 

19.55 Uhr: Beim CSU-Wahlkampfabschluss am Freitagabend in München lobte die Kanzlerin mehrfach die Politik der CSU in Bayern - und CSU-Chef Seehofer Merkels Regierungszeit als „gute Jahre“. Den Konflikt um eine feste Obergrenze für Flüchtlinge von 200.000 pro Jahr, die die CSU massiv fordert und Merkel klar ablehnt, blendeten die beiden Parteivorsitzenden in ihren Reden weitgehend aus.

19.50 Uhr: Das Wahlkampf-Finale in München endet mit dem Singen der Bayernhymne und des Deutschlandliedes.

Kanzlerin Merkel beim Wahlkampf-Finale von CDU und CSU in München.

19.46 Uhr: Der CSU-Generalsekretär bittet die Wähler in München: „Setzen sie auf Stabilität, auf Sicherheit, auf Zukunft!“

19.42 Uhr: CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer darf auf dem Marienplatz in München das Schlusswort halten. Nach wie vor gnadenlos laute Pfiffe. „Wir brauchen nicht die Trillerpfeifen, die paar Hanseln, die hier stehen. Wir brauchen die Tausenden, die uns folgen.“ 

19.42 Uhr: Der CSU-Spitzenkandidat bittet auf dem Marienplatz in München um Unterstützung "für mehr Bayern in Berlin".

19.40 Uhr: Joachim Herrmann sagt, es sei unerträglich wenn Flüchtlinge Frauen vergewaltigen. Und spricht damit natürlich den aktuellen Fall von Höhenkirchen-Siegertsbrunn an.  

19.39 Uhr: Herrmann: „Ja, wir stehen zur christlichen Prägung unseres Landes.“

19.38: Herrmann brüllt ins Mikrofon, um die Pfiffe zu übertönen. Es müssen mehr abgelehnte Asylbewerber abgeschoben werden, betont er.

19.37 Uhr: Joachim Herrmann will eine Obergrenze für Flüchtlinge und Grenzkontrollen. Da hat die Kanzlerin aber eine andere Meinung. Eine Obergrenze und Grenzkontrollen werde es mit ihr nicht geben, hat sie mehrfach betont.

19.35 Uhr: Der CSU-Innenminister hebt die Leistungen Bayerns bei der Inneren Sicherheit hervor. Die Union wolle Deutschland auch zum sichersten Land in Europa machen.

19.33 Uhr: CSU-Spitzenkandidat freut sich "über die allermeisten" Gäste. Die Mehrheit zähle in der Demokratie, nicht die Lautstärke sagt er. Lauter Applaus. Aber auch laute Pfiffe und Buh-Rufe.

Debakel in München: Merkel auf Marienplatz ausgepfiffen 

19.32 Uhr: „In der Menge sind die Pfeifen unerträglich laut“, berichtet unsere Reporterin vom Marienplatz. Sie meint: „Merkel hat sich gegen Ende der Rede gefühlsmäßig an die Lautstärke gewöhnt und spricht sicherer.“

19.28 Uhr: Merkel-Gegner singen: „Merkel lass das Wasser rein, dann ist der Barschel nicht allein.“ Eine Anspielung auf den 1987 verstorbenen CDU-Politiker, der tot in der Badewanne gefunden wurde.

19.28 Uhr: CDU und CSU wollen keine Verbote sondern Lösungen, sagt die Kanzlerin. Sie will sich gegen ein Diesel-Fahrverbot einsetzen.

19.27 Uhr: Merkel: „Jeder ist stolz auf seine eigene Kultur und seine eigene Mundart. Uns macht stark, dass wir so unterschiedlich sind und uns trotzdem zusammengehörig fühlen - wir haben viele Wurzeln.

19.25 Uhr: Ein Mann mittleren Alters, der anonym bleiben will sagt: "Merkel ist auch nur ein Mensch, man sieht dass ihr die Situation zusetzt, sie hatte einen harten Wahlkampf." Ihre stimme überschlage sich teilweise. Der Mann denkt, das ist der Grund warum sie so früh die Polizei gelobt hat. Von draußen kommt es ihm so vor als würden die Pfiffe das Klatschen übertönen.

Merkel in München: Situation wie 2015 darf sich nicht wiederholen

19.21 Uhr: Wie bei jedem Wahlkampf-Auftritt dankt Merkel auch in München allen, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Und wie üblich betont die Kanzlerin, dass sich eine Situation wie 2015 nicht wiederholen dürfe. Der Protest wird deswegen nicht leiser.

Merkel-Gegner in München.

19.19 Uhr: In ihrer Rede präsentierte Merkel zentrale Wahlkampfversprechen der Union wie Steuersenkungen, mehr Investitionen in Bildung und einen Ausbau der Digitalisierung. Außerdem bekräftigte sie, in der kommenden Legislaturperiode einen Schwerpunkt auf die Familienpolitik legen zu wollen. Aber bei den Leuten in 

19.17 Uhr: Die Polizei gerät mit AFD-Anhängern aneinander. Ein Mann wird abgeführt.

19.15 Uhr: Der offizielle Twitter-Account der CDU postet ein Foto, dass eine ganz andere Stimmung nahelegt als momentan in München herrscht. Hier wird Kanzlerin Angela Merkel weiterhin krass ausgepfiffen.

19.12 Uhr: Die Proteste in München werden nicht leiser. Kanzlerin Angela Merkel kann den Auftritt schon fast als Debakel abhaken. Im Wahlkampf gab es selten so laute Anti-Merkel-Proteste wie heute in München.

19.07 Uhr: Jetzt ist auch mal Applaus zu hören. Geht den Protestlern die Luft aus?

19.06 Uhr: Merkel bedankt sich bei allen, die geholfen haben, dass die Deutsche Einheit so gelingen konnte. Laute Buhrufe. Die Kanzlerin schreit schon fast in ihr Mikro, die Buhrufe sind deutlich zu hören. Der Solidaritätszuschlag soll laut Merkel ab 2020 abgebaut werden. Dafür gibt es nur verhaltenen Appplaus.

Merkel in München gnadenlos ausgebuht

19.03 Uhr: Nicht einmal die Kirchenglocken können den Protest bei der Rede von Kanzlerin Angela Merkel in München übertönen.

Massiv ausgebuht: Kanzlerin Angela Merkel am Freitag in München.

18.59 Uhr: Merkel zu den Protesten in München: „Mit Pfeifen und mit Brüllen wird man die Zukunft Deutschlands sicher nicht mitgestalten.“ Viele Stinkefinger in der Menge. Merkel spricht laut, um die Pfiffe zu übertönen.

18.58 Uhr: Jetzt spricht Angela Merkel. Laute Pfiffe und Buhrufe. Der Applaus der Unions-Anhänger ist deutlich leiser. 

18.57 Uhr: „Merkel muss weg!“

18.55 Uhr: Ministerpräsident Seehofer spricht. Laute Pfiffe. Er spricht die Störer aber nicht an.

18.53 Uhr: Merkel ist da. Laute Pfiffe, „Hau ab!“-Rufe, Hupen und Trillerpfeifen. „Man versteht vor lauter Pfiffen kaum was“, sagt unsere Reporterin vor Ort.

18.50 Uhr: Protest gegen Kanzlerin Angela Merkel kommt nicht nur von rechts sondern auch von links.

18.50 Uhr: Es ist wohl offensichtlich, dass die Teilnehmer der AfD-Veranstaltung in München zum Marienplatz ziehen wollen. Dort wollen sie ihren Protest gegen Kanzlerin Angela Merkel lautstark äußern.

18.43 Uhr: Ein älteres Ehepaar bei der AfD-Veranstaltung ärgert sich darüber, dass im Gegensatz zum Nationalsozialismus die Verbrechen der Stasi in Deutschland verharmlost würden. Sie nenntt Angela Merkel eine „Stasifrau“ und „eine Verbrecherin, die eingesperrt gehört“. Merkel sei die "Kanzlerin des Niedergangs unseres Vaterlandes".

18.41 Uhr: Die Veranstaltung der AfD am Rindermarkt in München beginnt. Es gibt auch einzelne Gegendemonstranten.

18.36 Uhr: Wie die Polizei mitteilt, wurde am Marienplatz ein Plakat der rechtsextremen Identitäten Bewegung beschlagnahmt. Die Beamten fand es ohne Besitzer am Marienplatz. „Die Gestaltung lässt darauf schließen, dass es der identitären Bewegung zuzuordnen ist", sagt ein Polizei-Sprecher.

Merkel in München: AfD will lautstark gegen Kanzlerin protestieren

18.31 Uhr: Ein AfD-Anhänger sagte unserer Reporterin vor Ort soeben, dass die Anhänger der Partei (es sollen rund 200 sein) zum Marienplatz gehen wollen, um dort lautstark gegen die Kanzlerin zu protestieren.

Infostand der AfD in München.

18.21 Uhr: Die AfD hält nur wenige Meter vom Münchner Marienplatz, auf dem Rindermarkt, eine eigene Veranstaltung ab. Die soll um 18.30 Uhr beginnen. Dort ist bereits ein Info-Stand aufgebaut. Auch auf dem Marienplatz verteilen Wahlhelfer verteilen Flyer für den AfD-Bundestagskandidaten Bernhard Zimniok. Am Stand der AfD auf dem Rindermarkt läuft übrigens „Dieser Weg“ von Xavier Naidoo. Auf der Facebook-Seite „AfD München“ wurde heute nochmals darauf hingewiesen, bitte keine Tomaten oder Trillerpfeifen bei der Kundgebung von Angela Merkel in München zu verwenden.

18.12 Uhr: Der Marienplatz in München füllt sich langsam. Unter den Zuschauern auch AfD-Anhänger. CSU-Leute verteilen Gummibärchen. Aus dem Lautsprecher dröhnt der Schlager-Kalssiker „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg.

Zuschauer warten auf den Auftritt der Kanzlerin auf dem Münchner Marienplatz.

17.31 Uhr: Soeben verlässt die Kanzlerin in Ulm die Bühne. Laute Pfiffe, Buhrufe und „Merkel muss weg!“-Rufe). Die nächste Station ist das Wahlkampf-Finale von CDU und CSU in München. 

17.23 Uhr: Vor ihrem Auftritt in München gastierte die Kanzlerin auch in Ulm. Auch in Baden-Württemberg dasselbe Bild: Pfiffe und Buhrufe gegen die Kanzlerin sobald Merkel um 16.30 Uhr die Bühne betrat. In Ulm postierten sich Polizisten zwischen den Anhängern der Kanzlerin und den Anhängern der AfD, die stark vor Ort vertreten waren. Man darf gespannt sein, wie es heute Abend in München läuft. 

17.11 Uhr: Die Kanzlerin soll heute ab 19.00 Uhr auf dem Marienplatz in München sprechen. Am Nachmittag sprach Angela Merkel bei einer CDU-Kundgebung in Heppenheim (Hessen). Dort gab es bereits laute Pfiffe und Buhrufe. Ob sich das in München wiederholt? 

Wahlkampf-Finale in München: Wie heftig werden heute die Anti-Merkel-Proteste?

München - Steht der Kanzlerin heute in München ein richtig unangenehmes Wahlkampf-Finale bevor? Am Freitagabend spricht Angela Merkel auf dem Marienplatz. Um 19.00 Uhr soll die große Abschlussveranstaltung der CSU im Bundestags-Wahlkampf beginnen. Neben der Kanzlerin und CDU-Vorsitzenden sollen heute auch Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sowie CSU-Spitzenkandidat Joachim Herrmann sprechen. Möglicherweise erreichen die Anti-Merkel-Proteste, die es im Wahlkampf bei Kundgebungen der Kanzlerin laufend gab, an diesem Abend einen Höhepunkt.

Denn: Zeitgleich zum Wahlkampf-Finale der Unionsparteien auf dem Marienplatz hat die AfD eine Kundgebung am Rindermarkt angemeldet. Unter dem Motto "12 Jahre Merkel sind genug!" hat die Partei von 18.30 bis 20.30 Uhr eine „Kundgebung contra Merkel-Veranstaltung“ angemeldet (so der Titel laut der Internet-Seite des Kreisverbandes München Süd.) Also genau dann, wenn Merkel, Seehofer und Herrmann am Marienplatz sprechen. Wie das KVR mitteilt, werden am Rindermarkt 100 bis 200 AfD-Anhänger erwartet.

Merkel heute in München: Planen AfD-Anhänger Mega-Protest?

Vor zwei Wochen hatte die Kanzlerin in Bayern schon einmal einen äußerst unangenehmen Wahlkampf-Auftritt. In Rosenheim ging Merkels Rede auf dem Max-Josefs-Platz im Pfeifkonzert fast unter. Etliche Protestler waren von einer AfD-Kundgebung in der Nähe zur Kanzlerin gezogen - angeführt vom Traunsteiner Bundestagskandidaten Hans-Jörg Müller. Von einem Moment auf den anderen wurde die Merkel-Rede von Pfiffen und Buh-Rufen übertönt.

Einen solchen Protestzug vom Rindermarkt zum Marienplatz soll es heute Abend nicht geben, versichert AfD-Bundestagskandidat Wolfgang Wiehle auf Anfrage. Der Vorsitzende des Kreisverbandes München Süd, der die Veranstaltung angemeldet hat, kündigt an: „Was wir von Frau Merkel halten, werden wir auf unserer stationären Kundgebung deutlich machen.“ Allerdings gebe es am Freitagabend sicher auch „Leute, die zunächst unsere Wahl-Veranstaltung anhören wollen. Der eine oder andere wird dann vielleicht auch noch zum Marienplatz gehen und schauen, was bei der Kanzlerin so geboten ist.“ 

Allerdings rät Wiehle allen AfD-Anhängern schon im Vorfeld davon ab, die Merkel-Kundgebung mit Trillerpfeifen zu übertönen. „Wir planen keine Störung dieser Kundgebung. Wir wollen ja im Gegenzug auch keine Störung unserer eigenen Veranstaltung.“

So sieht es auch Bayern AfD-Landeschef Petr Bystron, der am heute Abend auf dem Rindermarkt in München sprechen wird. Er rechnet allerdings damit, dass die Kanzlerin auch so einigen Unmut erleben wird. „Merkel bekommt überall in Deutschland zu spüren, wie unbeliebt sie ist. Dass die CSU trotz aller Vorbehalte nun Wahlkampf mit ihr macht, zeigt, wie sehr die Seehofer-CSU am Rockzipfel von Merkel hängt. Wir sehen das auch an diesem Wahlkampfauftritt: Wer CSU wählt, bekommt Merkel!“ 

Auch wenn die AfD an diesem Abend ihre Anhänger im Griff haben sollte: Die Anti-Merkel-Proteste könnten an diesem Abend noch von einer anderen Gruppe kommen. Nämlich von Pegida. Laut KVR hat Pegida München e.V. wie jede Woche am Montag, Mittwoch und Freitag eine Versammlung angezeigt. Heute Abend plant das rechte Bündnis, sich von 19.00 bis 22.00 Uhr an der Neuhauser Straße zu treffen. Also nur wenige Meter vom Wahlkampf-Finale mit der Kanzlerin entfernt. Hört sich nach geplantem Chaos an.

Anti-Merkel-Protest am Montag auf dem Domplatz in Regensburg.

Merkel in München: Pegida ruft auf Facebook zu Störaktion auf

Via Facebook hat bereits ein Münchner Pegida-Aktivist zu einer massiven Störaktion aufgerufen. „Am 22.09.17 Merkel einen ‚Empfang‘ bereiten! Schilder und Trillerpfeifen! Lasst uns ihr unsere Meinung trillern!“

Im Netz findet man auch detaillierte Anleitungen, wie man Wahlkampf-Auftritte der Kanzlerin am effektivsten stört. Dazu heißt es: „Damit gibt sie den Bürgern endlich Gelegenheit, ihr klarzumachen, was ‚die schon länger hier Lebenden‘ von ihrer Politik der Unsicherheit und der offenen Grenzen halten.“

Wenn es aber am Freitagabend in München so läuft, wie bei vielen anderen Auftritten der Kanzlerin im Bundestagswahlkampf, dann könnten die üblichen Sprechchöre (“Hau ab!“ und „Merkel muss weg“) über den Marienplatz dröhnen. Nicht nur in Rosenheim, auch in Regensburg oder in Bayreuth gab es bei Wahlkampf-Terminen der Kanzlerin im CSU-Land lautstarken Protest und etliche blaue AfD-Plakate in den Reihen der Merkel-Gegner.

Erlebt München am Freitagabend extrem heftige Proteste der Merkel-Gegner? “Wir haben derzeit keine Erkenntnisse, dass Störaktionen geplant sind“, erklärt die Polizei auf Anfrage. Allerdings heißt es auch: „Wir werden an diesem Abend natürlich Präsenz vor Ort zeigen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.