Angela Merkel trauert um ihren Vater

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Angela Merkel

Berlin - Der Vater von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), der evangelische Theologe Horst Kasner,  ist am Freitag im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Kanzlerin hat deshalb alle Termine am Samstag abgesagt.

Das teilte ein Regierungssprecher am Samstag in Berlin mit. Geplant war für den Nachmittag eigentlich ein Auftritt Merkels beim Wahlkampfabschluss der CDU Mecklenburg-Vorpommern.

Merkels Vater war evangelischer Pfarrer. Er siedelte 1954 aus Hamburg mit seiner Frau Herlind in die DDR über. In der nordbrandenburgischen Kleinstadt Templin leitete er ein Kolleg, an dem brandenburgische Pfarrer das Predigen lernten. In Templin wuchs Merkel als älteste von drei Kindern in der Pfarrersfamilie auf.

Angela Merkels Vater, Horst Kasner

Horst Kasner galt als ein Kirchenmann, der nicht in Opposition zur Staatsführung und zur Kirchenpolitik der SED stand. Sein Spitzname zu DDR-Zeiten: der „rote Kasner". Der Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland stand er spätestens seit den 1960er Jahren kritisch gegenüber, die Wiedervereinigung unterstützte er nicht.

Kasner lebte mit seiner Frau Herlind in Templin im Nordosten Brandenburgs. Als Pfarrer im Ruhestand engagierte er sich für die Jugendlichen in der uckermärkischen Stadt. Er war Mitbegründer des Jugendhauses “Villa“ und fast zehn Jahre lang Vorsitzender der Fördervereins der Jugendbegegnungsstätte.

Der Superintendent der evangelischen Kirchengemeinde “Maria Magdalenen“ in Templin, Uwe Simon, zeigte sich betroffen: “Das ist ein großer Verlust. Horst Kasner war ein sehr engagierter Mann“, sagte Simon am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Kasner habe bis zuletzt noch im “Kirchlein im Grünen“ in Alt Placht bei Templin Trauungen vorgenommen. “Er war die gute Seele des dortigen Fördervereins“, sagte Simon.

Öffentlich in Erscheinung getreten sind Merkels Eltern selten. Als ihre Tochter 2005 und 2009 im Bundestag ins Amt gewählt wurde, war das Ehepaar Kasner auf der Besuchertribüne zu sehen. Zu Beginn der ersten Amtszeit seiner Tochter hatte der Vater stolz gesagt: “Das kommt nicht alle Tage vor.“ Damals hatte Kasner zum ersten Mal das Reichstagsgebäude in Berlin besucht und sich “sehr beeindruckt“ gezeigt.

dpa/tz

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