HNA Meinung

Angriff der Monsterhasen: Ein zweifelnder Blick auf die Gamescom

Bunter, schriller, lauter: Auf der Gamescom dreht sich alles um bizarre Fantasie. Oder steckt doch das echte Leben dahinter? Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Wer in der Modelleisenbahnwelt von Fleischmann oder Märklin groß geworden ist, kann angesichts der Kölner Spielemesse „Gamescom“ nur die grauen Zellen schütteln: Über 300 000 Computerenthusiasten stehen Schlange, um ein paar Glücksseligen beim Spielen mit neuen Videos zuzusehen.

Diejenigen„Gamer“ - also Spieler, die es in den Messehallen nicht bis nach vorn an die Spielkonsole schaffen, eigentlich also Nichtgamer - schauen dann zu Tausenden zuammen Videos auf Großleinwänden. Was zeigen die Videos? Videospiele. „Public nichtgaming“ nennt sich das Massenphänomen - was könnte cooler sein? Schnell noch die Virtual-Reality-Brille aufsetzen und Zeuge sein beim 3D-Angriff der Monsterhasen.

Noch beliebtere Spiele heißen „Mafia 3“, „Star Wars: Battlefront“ oder „World of Warships“ - Hauptsache, es ballert. Irgendwo explodiert ja immer was. Warum auch nicht? Ist doch nur Spiel. Oder steckt ein Kern Realität darin? Bietet die Gamescom wie im Brennglas das übersteigerte Abbild einer Welt, die aus den Fugen gerät und nicht mehr beherrschbar scheint? Es gibt sie ja, die Kriege mit Drohnen, den Kampf gegen das Böse, die Suche nach Helden, den Präsidentschaftskandidaten, der sich Speck auf dem Gewehrlauf brutzelt.

Ehe wir zu ernst werden, begnügen wir uns mit dem ewig gültigen Satz: Die Zeiten ändern sich, im Leben wie im Spiel. Heute ist eben Monsterhase - Modelleisenbahn, die heile Spielewelt, war gestern. Fleischmann? Ist pleite.

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