Zwei Frauen und ein Mann

Anklage gegen drei mutmaßliche IS-Unterstützer

Karlsruhe - Zwei Frauen und ein Mann sollen hierzulande Geld für den Kampf der Dschihadisten-Miliz IS in Syrien und im Irak gesammelt haben. Dafür müssen sie sich nun vor Gericht verantworten.

Die Bundesanwaltschaft hat drei mutmaßliche Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeklagt. Die beiden Frauen und ein Mann im Alter zwischen 22 und 25 Jahren sollen sich vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf verantworten - wegen Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung und Vorbereitung schwerer staatsgefährdender Gewalttaten. Wie die Anklagebehörde am Freitag in Karlsruhe mitteilte, sollen das Trio die Extremistengruppe, die weite Landstriche in Syrien und im Irak beherrscht, mit Geld unterstützt haben.

Die Bundesanwaltschaft wirft einer 25-jährigen, mit einem IS-Mitglied verheirateten Deutsch-Polin (Karolina R.) vor, ihrem Mann für Propagandavideos Kameras und Zubehör beschafft zu haben. Sie soll auch selbst mit drei weiteren Kameras und mehr als 5000 Euro nach Syrien gereist sein. Zurück in Deutschland soll sie ihrem Mann seit vergangenem Dezember noch einmal gut 6000 Euro übersandt haben - zweimal mit Hilfe der beiden deutschen Mitbeschuldigten (Ahmed-Sadiq M. und Jennifer Vincenza M.), die 2200 Euro für die Terrorgruppe gesammelt haben sollen.

Die 25-Jährige sitzt seit Ende März in Untersuchungshaft, die beiden anderen sind auf freiem Fuß.

Justiz macht steigende Zahl von Ermittlungen zu schaffen

Die Terrormiliz IS kontrolliert riesige Gebiete im Norden und Osten Syriens und im Norden und Westen des Iraks. Ihr Ziel ist es, den syrischen Machthaber Assad zu stürzen und einen auf islamischem Recht (Scharia) basierenden Gottesstaat zu errichten. Zudem soll die Terrorgruppe für Sprengstoff- und Selbstmordanschläge sowie für Entführungen und Erschießungen verantwortlich sein. Die IS wird von vielen Dschihadisten aus dem Ausland unterstützt, aus Europa sind Hunderte Kämpfer in die Region gereist.

Die steigende Zahl von Ermittlungen gegen IS-Kämpfer und Unterstützer belastet die Justiz offenbar zunehmend. Nach einem „Spiegel“-Bericht hat die Bundesanwaltschaft deshalb bereits beim Bundesjustizministerium Alarm geschlagen. „Der Konflikt und seine Auswirkungen auf Deutschland sind eine besondere Herausforderung für unsere Strafverfolgungstätigkeit“, sagte dazu am Freitag ein Sprecher der Anklagebehörde.

Dem Nachrichtenmagazin zufolge sind wegen der IS-Kämpfer in Syrien und im Irak derzeit bundesweit rund 140 Ermittlungsverfahren anhängig. 33 dieser Fälle mit rund 60 Beschuldigten habe die Bundesanwaltschaft übernommen - mit steigender Tendenz. Die Behörde selbst bestätigte nur „zahlreiche“ Verfahren, wovon die meisten auf Länderebene geführt würden.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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