Bundestagswahl

Baerbock will Preise für Benzin erhöhen – trotz steigenden Kosten für Autofahrer in Deutschland

Annalena Baerbock
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Annalena Baerbock, Spitzenkandidatin der Grünen.

Annalena Baerbock plant umweltpolitische Maßnahmen wie die Erhöhung der Benzinpreise. Dabei steigen die Preise alleine wegen der hohen Nachfrage an.

Update vom Mittwoch, 02.06.2021, 10.40 Uhr: Wenn die Grünen stärkste Kraft bei der Bundestagswahl 2021 werden sollten, plant die Partei die Benzinpreise zu erhöhen. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kündigte am Sonntag (30.05.2021) an, dass man eine Erhöhung um 16 Cent pro Liter anstrebe. Allerdings könnte auch ohne das Vorhaben der Grünen der Spritpreis teurer werden (s. Erstmeldung).

Derzeit finden die Verhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran statt. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Vom Fortschritt der Gespräche wird abhängen, ob der Iran seine Ölförderung wieder hochfahren darf, was wiederum maßgeblich für die Entwicklung der Rohölpreise sein wird. Und von diesen hängt ab, ob sich Benzin und Diesel weiter verteuern. Aktuell spricht vieles dafür.

Grüne wollen höhere Benzinpreise – dabei wird Sprit sowieso teurer

Ein Fass (159 Liter) der weltweit wichtigsten Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag (01.06.2021) fast 71 US-Dollar. So teuer war das Ausgangsprodukt für Kraft- und Schmierstoffe seit Mitte Juli 2019 nicht mehr. Mehrere Einflussfaktoren wirken dabei zusammen, was die Händler an den Rohstoffbörsen dazu bringt, auf steigende Notierungen in den nächsten Monaten zu wetten. Dadurch werden zugleich die aktuellen Spotpreise für kurzfristige Lieferungen in die Höhe getrieben.

Vor allem die Corona-Pandemie ist dabei ein entscheidender Faktor. Seit dem Ende der ersten harten Lockdowns im vorigen Jahr kennt der Ölpreis eine klare Richtung: nach oben. Anfang Juni 2020 kostete ein Fass Brent-Öl um die 38 Dollar. Damals gab es noch ein gigantisches Überangebot, wie das RND weiter berichtet.

Benzinpreise in Deutschland: Mehr Nachfrage und höhere Preise

Das änderte sich mit den Corona-Lockerungen im Frühsommer, die mehr Mobilität und damit auch einen höheren Spritverbrauch mit sich brachten. Die im Herbst und Winter beschlossenen Beschränkungen konnten dem Auftrieb des Ölpreises allerdings nichts anhaben. Die Nachfrage nach dem Sprit, der die globale Wirtschaft antreibt, ist deutlich gestiegen und so auch der Preis.

Baerbocks „unerträgliche Arroganz“: Scharfe Kritik nach Benzinpreis-Vorstoß

Update vom Dienstag, 01.06.2021, 14.00 Uhr: Amira Mohamed Ali (Die Linke) wirft den Grünen vor, Klimapolitik ohne Rücksicht auf Menschen mit geringerem Einkommen zu machen: „Höhere Benzinpreise? Baerbock schaut mit einer unerträglichen Arroganz auf die Menschen mit kleinen Einkommen. Denn die trifft das wirklich, während Reiche weiter problemlos volltanken“, schreibt sie auf Twitter. „Das ist keine sinnvolle Klimapolitik, sondern spaltet die Gesellschaft noch weiter.“

Damit reagiert die Fraktionschefin der Linken auf die Pläne der Grünen, die Benzinpreise schrittweise um 16 Cent zu erhöhen.

Grüne wollen Tempolimit und höhere Benzinpreise - Baerbock nennt Details

Erstmeldung vom Montag, 31.05.2021, 12.30 Uhr: Berlin – Falls die Grünen stärkste Kraft bei der Bundestagswahl werden sollten, plant die Partei die Benzinpreise zu erhöhen. Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kündigte am Sonntag (30.05.2021) an, dass man eine Erhöhung um 16 Cent pro Liter anstrebe. Diese Maßnahme begründete sie gegenüber der Bild-Zeitung mit der bereits eingeführten Bepreisung von CO2 im Rahmen des Klimaschutzpaketes. Diese wird vom sogenannten Brennstoffemissionshandelsgesetz geregelt.

Baerbock verwies zudem darauf, dass es bereits Anfang 2021 eine Preiserhöhung von sechs Cent beim Kraftstoff gegeben habe. Das müsse nun „schrittweise weiter angehoben werden“ – um 16 Cent, so die Spitzenkandidatin.

Annalena Baerbock: Grüne wollen höhere Benzinpreise und Tempolimit von 130

Der Emissionshandel für Brennstoffe ist mit einem fixen CO2-Preis von 25 Euro pro Tonne gestartet. Dadurch verteuert sich der Liter Benzin um rund sechs Cent, der Liter Diesel um rund sieben Cent. Bis 2025 steigt der CO2-Preis schrittweise auf 55 Euro je Tonne. Darauf verweist der ADAC.

Bei den Themen Tempolimit und Benzinpreise wollen die Grünen Veränderungen durchsetzen, sofern sie stärkste Kraft bei der Bundestagswahl 2021 werden.

Baerbock betonte im Interview zusätzlich, dass die Grünen ein Tempolimit von 130 auf deutschen Autobahnen forcieren. „Wir würden das gerne in der nächsten Bundesregierung einführen“, sagte die Spitzenkandidatin. Sie verwies auf Studien, die offenbar zeigen, dass ein derartiges Tempolimit den Verkehr sicherer mache.

Neben der Erhöhung der Benzinpreise und der Einführung eines Tempolimits wollen die Grünen auch ein Recht auf Homeoffice etablieren – auch nach der Corona-Pandemie. Im Vorfeld der Bundestagswahl kursieren zahlreiche Umfragen. Eines dieser Stimmungsbilder sieht Annalena Baerbock hinter zwei FDP-Politikern.* (tu/na) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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