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„Nach bestem Gewissen“: Annalena Baerbock verteidigt Waffenlieferungen an die Ukraine

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Von: Nail Akkoyun

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Außenministerin Annalena Baerbock kommt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung zu einem Bürgerforum im Auswärtigen Amt an.
Außenministerin Annalena Baerbock kommt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung zu einem Bürgerforum im Auswärtigen Amt an. © Paul Zinken/dpa

Während einer Diskussionsrunde verteidigt Annalena Baerbock die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine. Es ginge darum, Leben zu verteidigen.

Berlin – Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die deutschen Waffenlieferungen zur Unterstützung der Ukraine im Kampf gegen den Angriffskrieg Russlands verteidigt. Der russische Präsident Wladimir Putin weigere sich, über simpelste Fragen wie das humanitäre Völkerrecht zu verhandeln, auf Vermittlungsversuche gebe es keine Resonanz, kritisierte die Politikerin am Sonntag (21. August) im Auswärtigen Amt beim Tag der offenen Tür der Bundesregierung. Zuvor hatte eine Bürgerin gefragt, was jenseits von Waffenlieferungen zur diplomatischen Beendigung des Krieges geschehe.

Baerbock war zu der einstündigen Diskussionsrunde in Berlin mit Bürgerinnen und Bürgern im völlig überfüllten Weltsaal des Auswärtigen Amtes mit großem Applaus und Bravo-Rufen empfangen worden. Auch bei ihren Antworten gab es immer wieder lautstarken Szenenapplaus. Neben ihrem Parteikollegen Robert Habeck gilt Baerbock als eine der beliebtesten Politikerinnen der Bundesrepublik.

Annalena Baerbock: „Geht darum, dass wir Menschenleben in der Ukraine schützen“

Wenn man derzeit ein Ende des Krieges durch Verhandlungen nicht erreichen könne, „dann haben wir die Wahl, entweder nichts zu tun“, sagte Baerbock. „Oder wir sagen, wir unterstützen militärisch, damit ein weiteres Vordringen der Russen unterbunden werden kann.“ Diesen Weg halte sie in der gegenwärtigen Situation, „so furchtbar er ist, für den einzigen, den wir gehen können. Weil die Alternative wäre: Millionen von Menschen einfach ihrem Schicksal preiszugeben.“ Dies könne man „einfach nicht verantworten“.

Auf die Frage eines Bürgers, ob Deutschland die Ukraine ausreichend unterstütze, sagte Baerbock, die Bundesregierung tue das, „was andere Länder auch tun“. Man habe bereits viele Waffen, etwa aus den Beständen der Bundeswehr, geliefert. Es gehe aber nicht um einen Wettbewerb, wer am meisten liefere und wer schlechter und besser sei. Gemeinsam müssten die demokratischen Länder das Bestmögliche tun. „Es geht darum, dass wir Menschenleben in der Ukraine schützen“, sagte die Ministerin. Die Ampel-Koalition versuche, dies mit dem, was man habe, und ohne selbst Kriegspartei zu werden, nach bestem Gewissen umzusetzen. (nak/dpa)

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