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Annalena Baerbock wirft Russland „Kornkrieg“ vor – und appelliert an die Türkei

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Von: Nail Akkoyun

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Außenministerin Annalena Baerbock beschuldigt Russland, Nahrung als Kriegswaffe zu nutzen. Zudem erinnert sie die Türkei an ihre Verantwortung als Nato-Mitglied.

New York – Bundesaußenministerin Annalena Baerbock hat Russland vorgeworfen, die Blockade von Getreideexporten aus der Ukraine als Kriegswaffe einzusetzen. „Russland hat einen Kornkrieg begonnen, der eine globale Nahrungsmittelkrise anfacht“, sagte Baerbock (Grüne) am Mittwoch (19. Mai) während eines Außenministertreffens bei den Vereinten Nationen in New York.

Moskau tue dies, indem es nicht nur ukrainische Häfen blockiere, sondern auch Silos, Straßen, Eisenbahnen und Felder zerstöre. Nach Angaben der Bundesregierung unterbindet Russland in der Ukraine die Ausfuhr von 20 Millionen Tonnen Getreide, ein Großteil davon im Hafen von Odessa.

Außenministerin Annalena Baerbock auf dem Treffen der Vereinten Nationen in New York am Mittwoch (18. Mai).
Außenministerin Annalena Baerbock auf dem Treffen der Vereinten Nationen in New York am Mittwoch (18. Mai). © Thomas Imo/Imago

„Russland führt seinen brutalen Krieg nicht nur mit Panzern, Raketen und Bomben. Russland führt diesen Krieg mit einer anderen schrecklichen und leiseren Waffe: Hunger und Entbehrung“, sagte Baerbock. Dies passiere in einer Zeit, in der im Nahen Osten und in Afrika bereits Millionen von Hunger bedroht seien – durch die Klimakrise, die Corona-Pandemie und regionale Konflikte. Der Export von Getreide über die ukrainischen Seehäfen ist wegen des Ukraine-Kriegs zum Erliegen gekommen. Dies bedroht Lieferungen vor allem nach Nordafrika und Asien.

Baerbock appelliert an die Türkei: „Jeder weiß um seine Verantwortung“

Weiter hat sich die Grünen-Politikerin zum Nato-Beitrittsprozess von Finnland und Schweden geäußert – und dabei an das Verantwortungsgefühl der Türkei appelliert: „Ich glaube, in diesem Moment weiß jeder um seine Verantwortung, die er in einer so schwierigen Situation hat“, antwortete Annalena Baerbock auf eine entsprechende Frage der Presse, ohne die Türkei ausdrücklich zu nennen. Derzeit blockiert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan einen möglichen Beitritt der beiden skandinavischen Länder.

Die Regierung in Ankara machte Sicherheitsbedenken wegen der angeblichen Unterstützung beider Länder für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Kurdenmiliz YPG in Syrien verantwortlich. Wie die Türkei von einem Veto gegen einen Nato-Beitritt von Schweden und Finnland abgehalten werden soll, ist unklar. Nach Angaben von Diplomatinnen und Diplomaten könnten neben Erklärungen der Nordländer zum Kampf gegen den Terrorismus auch von der Türkei erhoffte Waffengeschäfte oder andere Zugeständnisse eine Rolle spielen. (nak/dpa)

Einer Umfrage zufolge gilt Annalena Baerbock aktuell als beliebteste Politikerin Deutschlands. Damit liegt sie unter anderem vor Kanzler Olaf Scholz.

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