Plagiatsaffäre

Schavan denkt offenbar über Rücktritt nach

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Annette Schavan denkt offenbar über einen Rücktritt als Bundesbildungsministerin nach.

Berlin - Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) denkt offenbar über einen Rücktritt nach, falls die Universität Düsseldorf ein Verfahren zur Überprüfung des korrekten Verfassens ihrer Doktorarbeit einleitet.

Rücktrittsgedanken wegen Plagiatsvorwürfen: Nach einem Zeitungsbericht denkt Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) offenbar darüber nach abzudanken, falls die Universität Düsseldorf ein Verfahren zur Überprüfung des korrekten Verfassens ihrer Doktorarbeit einleitet. Das Bundesbildungsministerium dementierte am Samstag sofort. „Da ist nichts dran“, sagte ein Ministeriumssprecher am Samstag auf dapd-Anfrage in Berlin.

Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ unter Berufung auf Unions-Kreise berichtet, Schavan habe intern bereits die Frage aufgeworfen, ob sie Ministerin bleiben könnte, sollte die Universität ein Verfahren eröffnen. Auch Sprecher der CDU und der Unions-Fraktion konnten den Bericht auf dapd-Anfrage nicht bestätigen.

Der Fakultätsrat der Philosophischen Fakultät der Hochschule will sich am 22. Januar 2013 mit dem Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit der Dissertation befassen. Die Promotionskommission hatte vor wenigen Tagen eine entsprechende Empfehlung übermittelt. Medienberichten zufolge fiel die Entscheidung einstimmig. Schavan wird vorgeworfen, in ihrer 32 Jahre alten Doktorarbeit „Person und Gewissen“ Textpassagen unsauber übernommen zu haben.

FDP-Politiker: Schavan weiß, wann sie reagieren muss

Der forschungspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Martin Neumann, sagte der Zeitung mit Blick auf Schavan: „Sie ist verantwortungsvoll genug, um zu wissen, welche Konsequenzen sie - je nach Ausgang - zu ziehen hat.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Michael Kretschmer (CDU), lobte in dem Blatt die Bilanz Schavans als Ministerin. Er hieß es allerdings gut, dass die Universität Düsseldorf die Vorwürfe gegen Schavan prüft. „Es ist richtig, die Überprüfung der wissenschaftlichen Arbeit auch der Wissenschaft zu überlassen. Ich erwarte, dass die zuständigen Gremien der Universität Düsseldorf die Angelegenheit klären.“

Schavan wurde 2009 zur Honorarprofessorin der Freien Universität Berlin ernannt und führt deshalb auch einen Professorentitel. Die aus Baden-Württemberg stammende Politikerin bestreitet die Vorwürfe - äußert sich zu dem Vorgang selbst jedoch derzeit nicht.

In einer kürzlich von der Universität Düsseldorf veröffentlichten Mitteilung hieß es, der Fakultätsrat müsse entscheiden, „ob die von der Promotionskommission ermittelten Befunde als schwerwiegend genug betrachtet werden können, um das Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels zu eröffnen“. Die Kommission hatte das nach „eingehender Prüfung der Arbeit und Anhörung der Betroffenen“ empfohlen.

Die Universität Düsseldorf stand wegen des Falls Schavan bereits selbst im Fokus. Ein Gutachten, das der Ministerin unsauberes Arbeiten bei ihrer Dissertation vorwirft, war an die Öffentlichkeit gelangt. Die Hochschule erstattete deshalb Anzeige. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) verlangte daraufhin einen Neustart des Prüfverfahrens.

Annette Schavan: Bildungsministerin verliert ihren Doktortitel

Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU, oben, v.l.), die damalige FDP-Europaabgeordnete Silvana Koch-Mehrin, Politikwissenschaftlerin Margarita Mathiopoulos, der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der niedersaechsischen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) und der FDP-Europaabgeordneten Jorgo Chatzimarkakis. Die Universität Düsseldorf hat am 5. Februar 2013 entschieden, Schavan den Doktortitel zu entziehen. Seit dem Rücktritt von zu Guttenberg im März 2011, der weite Teile seiner Doktorarbeit abgeschrieben hatte, geraten Politiker immer wieder ins Visier von Plagiatsjägern. © dapd
Bildungsministerin unter Plagiats-Verdacht: Annette Schavan. Bilder aus ihrer Polit-Karriere. © dpa
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Die gebundene Dissertation von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Die unter Plagiatsverdacht bei ihrer Promotion stehende Bundesbildungsministerin hat Rückendeckung von ihrem Doktorvater erhalten. © dpa
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Bildungsministerin unter Plagiats-Verdacht: Annette Schavan. Bilder aus ihrer Polit-Karriere. © dapd
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Schavan (re.), damals Kultusministerin von Baden-Württemberg, im Jahr 2002 zusammen mit dem damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber und der damaligen bayerischen Kultusministerin Monika Hohlmeier. © dpa
Schavan, damals Kultusministerin von Baden-Württemberg, im Jahr 2002 zusammen mit dem damaligen Unions-Kanzlerkandidaten Edmund Stoiber. © dpa
Bildungsministerin unter Plagiats-Verdacht: Annette Schavan. Bilder aus ihrer Polit-Karriere. © dpa
Bildungsministerin unter Plagiats-Verdacht: Annette Schavan. Bilder aus ihrer Polit-Karriere. Auf Bootstour am Bodensee im Jahr 2000 mit Angela Merkel (li.) und damaligen Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Erwin Teufel. © dpa
Bildungsministerin unter Plagiats-Verdacht: Annette Schavan. Bilder aus ihrer Polit-Karriere. Das Foto zeigt die damals neue Kultusministerin Annette Schavan 1998 zusammen mit dem damaligen baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (re.) und dem damaligen CDU-Fraktionschef Günther Oettinger. © dpa

dapd

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