Anzeige gegen BW-Bank wegen Wulff-Kredits

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Christian Wulffs Kredit beschäftigt die Staatsanwaltschaft.

Stuttgart - Der umstrittene Privatkredit der BW-Bank an Bundespräsident Christian Wulff beschäftigt jetzt auch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft. Es gibt eine Anzeige wegen Verdacht der Untreue.

Es liege eine Anzeige “gegen Verantwortliche der BW-Bank“ vor, sagte Staatsanwalt Stefan Biehl der “Berliner Zeitung“ (Donnerstagausgabe). Dabei gehe es um den Verdacht der Untreue im Zusammenhang mit der Kreditvergabe an den Bundespräsidenten. Man prüfe jetzt, ob sich aus dieser Anzeige ein Ermittlungsverfahren ergeben wird. Ein Sprecher der BW-Bank erklärte auf dapd-Anfrage, die Bank äußere sich derzeit nicht “zu dieser Kundenbeziehung“.

Mit dem günstigen Kredit der BW-Bank hatte Wulff in seiner Zeit als niedersächsischer Ministerpräsident das Privat-Darlehen der Unternehmer-Gattin Edith Geerkens in Höhe von 500.000 Euro abgelöst. Die Zinsen für den Privatkredit sollen lediglich 0,9 bis 2,1 Prozent betragen haben und damit um die Hälfte niedriger als bei der Immobilienfinanzierung normaler Kunden gewesen sein.

Wulff soll jährlich 7.000 Euro gespart haben

Wulff dürfte mit dem Darlehen der Unternehmerfamilie Geerkens und dem zinsgünstigen Darlehen der BW-Bank nach Einschätzung von Finanzexperten ein gutes Geschäft gemacht haben. Er könnte dadurch einen vierstelligen, möglicherweise sogar einen niedrigen fünfstelligen Betrag gespart haben, sagte der Bau-Finanzierungsexperte Max Herbst den “Stuttgarter Nachrichten“ (Donnerstagausgabe). Durch den variablen Zins des BW-Bank-Kredits dürfte Wulff jährlich 7.000 Euro gespart haben.

Die Baden-Württembergische Bank ist eine rechtlich unselbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts innerhalb der Landesbank Baden-Württemberg und darf Kredite nur unter Kriterien vergeben, die in der Satzung der Landesbank festgelegt sind. Als untreu gilt laut Strafgesetzbuch, wer die ihm obliegende Pflicht verletzt, fremde Vermögensinteressen wahrzunehmen.

dapd

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