Schützenverein freut sich mit Roger Habermann und seinem Lebensgefährten

Applaus für schwulen König

Ehrentanz: Unser Foto zeigt den neuen Schützenkönig Roger Habermann (rechts) und seinen Lebensgefährten Guido Leffrang als Königsbegleiter. Foto: dpa

Sallahn/Hannover. Der erste bekennend schwule Schützenkönig in Niedersachsen kommt aus dem Wendland. In Sallahn (Kreis Lüchow-Dannenberg) wurde am Sonntag Roger Habermann (49) ausgeschossen. Sein Lebensgefährte Guido Leffrang (41) ist Königsbegleiter.

Das sei ihnen kein Ulk in Nachrichten-hungrigen Zeiten, betonen die beiden. „Wir wollen zeigen, dass wir auch in der Öffentlichkeit und im Verein zu unserer Partnerschaft stehen“, sagte Habermann. Die beiden seien seit acht Jahren ein Paar. Als „Roger der Sanftmütige“ und „Guido der Fröhliche“ tanzte das Schützenkönigspaar den Ehrentanz. Die Eltern des Schützenkönigs betonten, sie hätten sich immer einen König gewünscht. Für Christian Lippe als Vorsitzendem des „Schützenvereins Sallahn von 1893 e.V.“ mit rund 100 Mitgliedern ist klar: „Für mich ist das kein Problem. Das soll zeigen, dass wir ein junger und moderner Verein sind. Wir wollen hier alle zusammen unseren Spaß haben, das ist die Hauptsache.“

Ihm sei kein Fall eines bekennend homosexuellen Schützenkönigs in Niedersachsen bekannt, bestätigte Manfred Kamm, Landesgeschäftsführer des Niedersächsischen Sportschützenverbandes in Hannover. „Wir werden das natürlich als ganz selbstverständlich akzeptieren - das würde auch für eine lesbische Beziehung gelten“, betonte Kamm.

Widerstand im Münsterland

Ein homosexuelles Schützenkönigspaar aus dem nordrhein-westfälischen Münster war im vergangenen Jahr auf erheblichen Widerstand bei anderen Schützen gestoßen. Der zweitgrößte deutsche Schützenbund verbot daraufhin im vergangenen März den gemeinsamen Auftritt schwuler Königspaare bei Umzügen. Der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS) begründete das mit seiner katholischen Tradition. Politiker kritisierten den Beschluss als „hinterwäldlerisch“ und „Signal der Intoleranz“. (lni)

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