Aufnahmen für Kartendienst

Apple schickt rund 80 Kamera-Autos auf deutsche Straßen

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Im Einsatz: Kamera-Wagen von Apple, wie hier im Bild, fahren ab Montag durch Deutschland.

Erst Google, jetzt Apple: Ab dem 29. Juli sind Kamera-Wagen des Konzerns auf deutschen Straßen unterwegs. Die Daten könnten für einen neuen Dienst genutzt werden. 

Aktualisiert am 29. Juli um 10.54 Uhr - Sie waren bereits in mehreren europäischen Ländern unterwegs: Jetzt schickt der Konzern Apple seine Kamera-Autos auch auf Straßen in Deutschland – ähnlich wie Google. Ab dem 29. Juli sind etwa 80 Apple-Wagen auf Achse. Dazu Fragen und Antworten:

Warum fahren die Kamera-Autos durch deutsche Straßen?

Apple will mit den Daten seinen Kartendienst verbessern. Das teilte der Konzern auf seiner Internetseite mit. Die Aufnahmen könnten jedoch auch für Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View genutzt werden, den Panorama-Dienst Look Around. Dabei können sich Nutzer auf dem Bildschirm durch dreidimensionale Darstellungen von Straßenzügen bewegen.

Wo genau sind die Autos unterwegs?

In ganz Deutschland. Auf der Internetseite lässt sich für jedes Bundesland einsehen, in welchen Regionen die Kamera-Wagen unterwegs sind. Bis September werden die Autos den Angaben von Apple zufolge durch deutsche Straßen fahren – auch in Kassel und im Landkreis Göttingen. Genaue Termine für die jeweiligen Orte und Regionen gebe es nicht, teilte Apple vor dem Beginn der Fahrten auf HNA-Anfrage mit. Mittlerweile hat der Konzern die Angaben auf seiner Internetseite aktualisiert. Für viele Regionen lässt sich nun einsehen, wann die Kamera-Wagen dort unterwegs sein werden. Vor dem Start in Deutschland waren die Fahrzeuge bereits in anderen europäischen Ländern wie Italien, Spanien und Portugal unterwegs.

Was sollen die Kamera-Wagen aufnehmen?

Sie sollen Bilder von Straßen und Gebäuden machen. Dazu verfügen die Autos neben Kameras auch über Laser-Radare, die ihre Umgebung in 3D abtasten. Außerdem wird der Standort der Fahrzeuge mittels GPS aufgezeichnet. Aus den Aufnahmen der Kamera-Wagen kann Apple Informationen wie Straßen- und Geschäftsnamen sowie zu Verkehrszeichen und zur Straßenführung herausziehen. Die Daten aus den Autos werden auf Apple-Server in den USA geladen.

Wie geht Apple mit personenbezogenen Daten um?

Bei den erstellten Bildern für Look Around werden Gesichter und Autokennzeichen vor einer Veröffentlichung automatisch verpixelt. Die dafür verwendete Software erreichte bei ersten Tests nach Angaben von Apple eine Trefferquote von fast hundert Prozent. Hinzu kommt, dass die Kamera-Wagen bestimmte Zeiten meiden sollen, an denen viele Menschen unterwegs sind - zum Beispiel Samstagnachmittage in der Innenstadt. Zudem war der Konzern vor dem Beginn in Deutschland mit dem bayerischen Datenschutzbeauftragten in Kontakt. Der Start von Google Street View 2010 war von der Debatte um das Recht auf Verpixelung von Gesichtern und Wohnhäusern überschattet worden.

Können Betroffene Daten löschen lassen?

Ja, Apple bietet Nutzern diese Möglichkeit an. Das geht bislang per E-Mail, die Adresse ist auf der Internetseite des Konzerns zu finden. Wer also vermutet, von den Kameras eines Wagens aufgenommen worden zu sein und diese Bilder löschen lassen will, kann dies per Mail beantragen. Dabei muss der Ort und ungefähre Zeitpunkt der Aufnahme angegeben werden. Bilder werden laut Angaben von Apple so schnell wie möglich unkenntlich gemacht. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat einen Mustertext veröffentlicht. Zudem werde es eine Löschoption in Look Around geben, teilte Apple auf Anfrage mit.

Wann ist Look Around in Deutschland verfügbar?

Ein Termin steht bisher nicht fest. Apple teilte mit, dass es noch nicht bekannt sei, wann Look Around in Deutschland zur Verfügung stehe. Der Dienst soll im Herbst für ausgewählte Gebiete in den USA verfügbar sein.  (mit dpa)

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