Der US-Präsident soll mit seinen winzigen Händen keine Frauen begrapschen

Rock-Revolte: Sieben Protestsongs gegen Donald Trump

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Böser Donald Trump: Szene aus dem Video der Band Green Day zu ihrem Song "Troubled Times"

Popkulturell ist Donald Trump jetzt bereits erledigt. Kaum ein Musiker will etwas mit dem neuen US-Präsidenten zu tun haben. Stattdessen nehmen die Stars jeden Tag neue Protestsongs auf.

Die Einführungsfeier von Donald Trump war ein riesiger Erfolg. Es kamen mehr Menschen nach Washington als bei seinem Vorgänger Barack Obama. Und auf der Bühne traten die größten aller Stars auf: die Rolling Stones, Kanye West, sogar Michael Jackson war wieder auferstanden und tanzte seinen "Moon Walk".

Das alles war natürlich gelogen. Wobei: Es könnte auch Wirklichkeit gewesen sein, denn die Welt des neuen Präsidenten besteht aus alternativen Fakten. So nennt Trump seine Weltsicht. Und so redet er sich die Realität schön, die bei der Einführungsfeier so aussah, dass statt angefragter Pop-Stars nur unbekannte Country-Musiker und ein Mormonenchor auftraten.

Popkulturell kommt es nun ganz dick für Trump: Der Republikaner ist erst seit wenigen Tagen im Amt, aber es gibt wahrscheinlich schon mehr Protestsongs gegen ihn als gegen jeden anderen Politiker der westlichen Welt. Stars wie Moby singen nicht für Trump, sondern wollen ihn so schnell wie möglich loswerden, wie unsere Übersicht zeigt.

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1) 100 Tage, 100 Songs

Das Netz ist voll von Pop-Botschaften gegen Trump, am eindrucksvollsten ist jedoch die Seite "Our First 100 Days", auf der bald 100 Songs zu hören sein werden, die "Fortschritt und Veränderung bringen", wie es die Organisatoren der Compilation formulieren. Bis zum 1. April wird jeden Tag ein Lied veröffentlicht. Den Anfang machte die gefeierte Songwriterin Angel Olson aus North Carolina. Ihr Stück "Fly On The Wall" ist eine traurige Ballade, die der perfekte Soundtrack für den Woman's March on Washington war, bei dem am Samstag mehr als eine Million Menschen in der US-Hauptstadt zusammenkamen. Außerdem werden Indie-Musiker wie Bonnie Prince Billie, How To Dress Well und Waxahatchee bei dem ungewöhnlichen Projekt zu hören sein, das an die Kampagne "30 Days, 30 Songs" erinnert, mit der im Herbst Bands wie R.E.M. und Death Cab for Cutie versuchten, Trump als Präsident zu verhindern. Hoffentlich haben deren Nachfolger mehr Erfolg.

2) Arcade Fire entmachten Trump

Falls es irgendwann zu einem Amtsenthebungsverfahren kommen sollte, hätten Arcade Fire den passenden Song dazu. Vier Jahre nach ihrem bislang letzten Album "Reflektor" hat sich die kanadische Indie-Rock-Band mit einer ersten Single zurückgemeldet. In dem elektronischen Gospel-Blues "I Give You Power" gibt Frontmann Win Butler mit der Soul-Sängerin und Grammy-Preisträgerin Mavis Staples das Motto aus: "Wir haben dir die Macht gegeben, wir können sie dir auch wieder nehmen."

3) Cocorosie brennen das Weiße Haus nieder

Noch deutlicher werden die beiden New Yorker Schwestern Bianca & Sierra Casady, die als Cocorosie vor sieben Jahren einen denkwürdigen Auftritt im Kasseler Kulturzelt gaben. Gemeinsam mit Anohni, dem ehemaligen Sänger der Band Antony and the Johnsons, der nun eine Frau ist, singen sie in "Smoke 'em Out", dass das das Haus niedergebrannt werden sollte - von einem "Mob von Frauen und Kindern, bewaffnet mit Gabeln und Messern". Schon klar: Gewalt ist keine Lösung, aber man wird ja wenigstens davon träumen dürfen.

4) Moby ist doch kein Trump-Freund

Angeblich soll Trump allen Ernstes den New Yorker Elektronik-Musiker Moby gefragt haben, ob er bei seiner Einführungsfeier auftreten werde. Das zeigt wieder einmal, wie wenig sich der Rechtspopulist und seine Berater in der Welt auskennen. Zu seinem Album "These Systems Are Failing" hat Moby ein Video veröffentlicht, in dem Küken geschreddert werden, Naturkatastrophen sowie Konsumterror zu sehen sind - und auch Donald Trump, die Mensch gewordene Naturkatastrophe.

5) Auch die Gorillaz sind wieder da

Sogar Comic-Figuren laufen Sturm gegen Trump. Die Gorillaz, die sich Blur-Musiker Damon Albarn und der Comic-Zeichner Jamie Hewlett ausgedacht haben, wurden nach sieben Jahren Pause wieder zum Leben erweckt. In "Hallelujah Money" ist der britische Soul-Sänger Benjamin Clementine zu hören.

6) Green Day rufen zur Revolution auf

"Wir leben in beunruhigenden Zeiten", singt Billie Joe Armstrong von Green Day in "Troubled Times". Wer wollte da widersprechen? Es ist bezeichnend, dass eine Punk-Band mittlerweile die Sorgen der Mehrheit formuliert. Im collageartigen Video der drei Kalifornier sieht man viele Momente von Protest und Rebellion und auch Donald Trump. Der bekommt auf dem aktuellen Album "Revolution Radio" auch in dem Song "Bang Bang" Ansagen, die noch klarer sind als seine Twitter-Botschaften: "No Trump, no KKK, no fascist USA", heißt es dort.

7) Fiona Apple besingt Trumps kleine Hände

Auch Fiona Apple wird sehr deutlich. Die US-Songwriterin führt Trump in "Tiny Handys" gleich doppelt vor. In ihrem Sprechchor heißt es: "Wir wollen deine winzigen Hände nicht in der Nähe unserer Unterhosen." Zum einen spielt das auf Trumps Ratschlag an, Frauen zwischen die Beine zu fassen, zum anderen auf die Spekulationen, der Politiker habe kleine Hände und wohl auch einen kleinen Penis. Damit wären wir endgültig unter der Gürtellinie angekommen, aber Apples Botschaft ist wichtig.

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