ARD-Runde am Sonntagabend

Bei Anne Will: Kühnert attackiert Merkel - „Können uns nicht leisten, dass ...“

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„Anne Will“ im ARD - Führungsdebatte oder Merkel-Debatte?

Bei „Anne Will“ im ARD streiten sich Generalsekretär Ziemiak und Juso-Chef Kevin Kühnert. Letzterer teilt außerdem heftig gegen Angela Merkel aus. Einer verabschiedet sich bereits von der Kanzlerin.

  • Anne Will hatte in ihrer ARD-Talkrunde zur CDU-Debatte folgende Gäste geladen: Paul Ziemiak (Generalsekretär CDU), Kevin Kühnert (Bundesvorsitzender der Jusos), Marina Weisband (Autorin und politische Aktivistin, Mitglied der Grünen), Kristina Dunz (Stellvertretende Leiterin des Parlamentsbüros der "Rheinischen Post"), Gabor Steingart (Journalist und Autor)
  • Besonders Kühnert schoss sich in der Talkshow aus Berlin auf Angela Merkel ein
  • Ein anderer verabschiedet sie schon

Update vom 4. November: Anne Will stellt in ihrem ARD-Talk „Die Führungsfrage - wissen CDU und SPD noch, wo sie hinwollen?“ Dabei spielt die Talkshow im Ersten nicht nur darauf an, dass die einstigen großen Parteiriesen SPD und CDU von Wahlpleiten gejagt werden. Denn die CDU ist inmitten dieser Krisen in die Fußstapfen der SPD gefolgt und führt eine offene Führungsdebatte.

Anne Will fragt die Talkrunde: „Wissen SPD und CDU noch, was sie miteinander wollen?“ Schließlich wird der Personalstreit innerhalb der CDU von dem Streit in der Großen Koalition um die Grundrente flankiert. Obwohl sich beide Parteien bereits im Koalitionsvertrag auf die Grundrente geeinigt haben, werden sie sich in den Details nicht einig.

Kevin Kühnert schimpft bei „Anne Will“: „Können uns Merkels Führungslosigkeit nicht leisten“

Bundeskanzlerin Merkel in Indien

„Die Führungsfrage ist objektiv aufgeworfen“, sagt Journalist und Autor Gabor Steingart. Und das scheint das Einzige zu sein, worauf man sich an diesem Abend in dem ARD-Talk einigen kann. Die SPD habe genug eigene Probleme, da wolle er nicht die Führungsprobleme der CDU diskutieren, gibt sich SPD-Mitglied und Bundesvorsitzender der Jusos scheinbar problemorientiert. „Mich interessiert, warum wir von der Kanzlerin zu den aktuellen Problemen nichts hören“, startet der provokative Juso-Chef stattdessen mit einem ausgeprägten Merkel-Bashing.

Bundeskanzlerin Angela Merkel habe sich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht zu den zentralen politischen Fragen geäußert. „Wer hat denn noch ein Zitat im Kopf, von Angela Merkel zu einer großen politischen Frage?“ Kühnert kritisiert, dass Merkel sich weder zum „Syrien-Vorstoß von Frau Kramp-Karrenbauer, der viele bewegt hat“ noch zum Koalitionsstreit zur Grundrente äußert. „Wir können uns diese Führungslosigkeit und Orientierungslosigkeit tatsächlich nicht leisten, in Zeiten in denen Rechtspopulisten in Landesparlamenten mit 25 Prozent einziehen.“ Auch bei ARD-Kollege Frank Plasberg ging es in der Sendung „Hart aber fair“ übrigens um die GroKo - und ob sie denn überhaupt handlungsfähig sei. Bei Maybrit Illner teilt Kevin Kühnert ebenfalls aus und teilt gegen Tilman Kuban aus. Und der Komiker Hape Kerkeling rechnete jetzt mit Angela Merkel, SPD und CDU ab.

„Anne Will“-Talk im ARD: „Wir werden Merkel nachweinen“

Abseits der Führungsdebatte, aber mitten in der Merkel-Debatte, macht Steingart der Bundeskanzlerin ein großes Kompliment: Er habe viele Politiker kennengelernt, auch internationale Größen. „Ich habe mit Putin zu Abend gegessen und dennoch istAngela Merkel mich die beeindruckendste Politikerin.

Warum? Sie habe unfassbar gute Nerven und sei präzise in ihrer politischen Analyse, schwärmt Steingarten. „Es wird schwer, sie zu ersetzen - und gleichzeitig ist es notwendig, sie zu ersetzen.“ Denn „so eine Kanzlerenergie entweicht irgendwann. Deswegen haben sich ja auch die USA entschlossen nicht so viele Perioden hintereinander zu machen.“ 

Das Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel werde deshalb ein ambivalentes Moment: „Wir werden dieser Kanzlerin nachweinen und werden trotzdem froh sein, wenn wer neues kommt“, sagt Steingart.

Kevin Kühnert bei „Anne Will“: Die CDU blockiert die Gesellschaft

Abseits der Kanzlerin sind sich Kevin Kühnert (SPD) und Paul Ziemiak (Generalsekretär CDU) offenbar einig, dass die Parteien der Großen Koalition nicht mehr wissen, was sie miteinander wollen. Kühnert wirft der CDU vor, handlungsunfähig geworden zu sein: „Wir kommen nicht ins Laufen, weder als Partei noch als Gesellschaft, weil es da eine Partei gibt, die ihre Führungsfragen nicht geklärt hat, wo einer den anderen anmotzt die ganze Zeit und wir nicht zum Arbeiten kommen.“ Ziemak holt zum Gegenschlag aus und wirft der SPD vor, ihre Antworten auf Fragen der Zukunft aus „der Mottenkiste zu holen.“

Marina Weisband, Mitglied der Grünen, holt zum Rundumschlag gegen beide aus. Politiker würden sich oft gegen sinnvolle Politiken aussprechen, um das Wählerpotenzial ihrer Partei nicht zu beschneiden. Auch fehle es den beiden Parteien an Zukunftsvisionen. Die aktuellen Spitzenthemen, die von SPD und CDU diskutiert werden, seien keine Visionen „sondern Redaktionen, auf das was uns gerade um die Ohren fliegt."

Ziemak bei „Anne Will“ im ARD: „Die AfD ist keine bürgerliche Partei.“

Als es sich um die Frage nach künftigen Koalitionen dreht, macht Ziemiak deutlich, dass er weder für eine Kooperation noch für Vertreter einer solchen Koalition Verständnis hat: „Die AfD ist keine konservative und schon gar keine bürgerliche Partei. Das sind ganz andere Werte, die ich mit Konservativ und Bürgerlich verbinde. Das ist zu großen Teilen sogar das Gegenteil davon. Jeder der meint, die AfD sei ein möglicher Partner, muss sich fragen, ob er in der CDU richtig aufgehoben ist.“

Als Warnschuss versteht der Journalist Steingart die Erfolge der umstrittenen Partei. Er rät: „Ich würde zuhören, verstehen und dann gemeinsam mit den Wählern gucken, was geht.“ Zwar „nicht mit Herrn Höcke“, schließt er seine Zustimmung zu jeglicher Kooperation mit der AfD aus, aber „mit dem Bürgern“. 

„Anne Will“: ARD-Talk über die Führungskrisen in SPD und CDU mit Juso-Chef Kühnert und Generalsekretär Ziemiak

Vorbericht: München - Den großen Parteien Deutschlands geht es im Moment so ein bisschen wie dem FC Bayern: Es ist unklar, wie lange es in der derzeitigen Konstellation noch gut und ob ein Personalwechsel her sollte. ARD-Moderatorin Anne Will will dem in ihrer Sendung am Sonntag, 3. November um 21.45 Uhr auf den Grund gehen. Das Thema ihrer Diskussionsrunde ist diesmal: „Die Führungsfrage – wissen CDU und SPD noch, wo sie hinwollen?“

SDP und CDU befinden sich in Führungskrisen

Die SPD befindet sich seit dem Rücktritt von Andrea Nahles seit Monaten mitten in einem offenen Machtkampf um die Parteispitze, und ohnehin ringen die Genossen seit Jahren mit sich selbst um ihren Kurs. Weil die SPD ihre Identität verloren zu haben scheint, haben die Grünen ihren Platz als größte deutsche Partei der linken Mitte eingenommen. Mit welchem Personal wird es den Genossen möglich sein, wieder zu alter Stärke zu gelangen?

Bei der CDU dagegen gibt es eine klare Hierarchie: Angela Merkel ist Kanzlerin, Annegret Kramp-Karrenbauer Vorsitzende und wohl designierte Nachfolgerin Merkels. Doch „AKK“ hat durch einige glücklose Auftritte und Aussagen ihren anfänglichen Schwung scheinbar verspielt. In einer jüngsten Umfrage trauten CDU-Wähler gar dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder eher eine Kanzlerkandidatur zu als der Saarländerin.

Um die Krisen in den Parteien zu diskutieren, hat Anne Will sich klangvolle Namen ins Studio eingeladen: Unter anderem sind CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak und Kevin Kühnert, Bundesvorsitzender der Jusos, zu Gast.

Bei einer neuen Talkrunde von Anne Will treffen CDU-Chefin AKK und Malu Dreyer von der SPD aufeinander. Eine zentrale Frage lautet: Wie steht es um die GroKo?

cg

Nach der Thüringen-Wahl könnten die Mehrheitsverhältnisse die CDU in einen tiefen Konflikt stürzen. Koaliert die Partei mit Bodo Ramelows Linker? In der Sendung vom 17. November geht es bei „Anne Will“ um die Frage: Klima vs. Wirtschaft.

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