Argentinien: Präsidentin hat doch keinen Krebs

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Die Krebsdiagnose von Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner hat sich als falsch erwiesen

Buenos Aires - Aufatmen für Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner: Eine Diagnose auf Schilddrüsenkrebs hat sich nach Angaben ihres Sprechers als falsch erwiesen.

Bei Gewebeuntersuchungen seien keine Krebszellen nachgewiesen worden, sagte er am Samstag in Buenos Aires. Der 58-Jährigen war Mitte vergangener Woche die Schilddrüse entfernt worden. Am Samstag konnte sie die Klinik in Pilar rund 60 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt wieder verlassen.

“Bei der abschließenden Untersuchung wurden zwar Knoten in beiden Flügeln der Schilddrüse der Präsidentin gefunden. Dass es sich dabei um Krebszellen handelt, konnte aber ausgeschlossen werden“, sagte Kirchners Sprecher Alfredo Scoccimarro. Eine Strahlenbehandlung sei deshalb auch nicht mehr nötig.

Die Fehldiagnose eines Schilddrüsenkrebses ereigne sich in zwei Prozent der Fälle, teilten Experten mit, die von der Zeitung “Clarín“ (Sonntag) befragt wurden. Bei Krebsverdacht sei die chirurgische Entfernung der Schilddrüse die geeignete Behandlung, erklärte der Direktor für Kopf- und Halsmedizin der Universität Buenos Aires, Osvaldo González Aguilar. Darüber seien sich die Ärztegesellschaften in der Welt einig.

Kirchner hatte die Krebsdiagnose am 22. Dezember erhalten. Nach der erfolgreichen Operation wollte sie sich ursprünglich noch knapp drei Wochen von dem Eingriff erholen und ihre Amtsgeschäfte am 24. Januar wieder aufnehmen. Da eine weitere Strahlenbehandlung nun nicht mehr nötig ist, dürfte die Präsidentin nach Berichten argentinischer Medien aber wohl schon früher in die Casa Rosada, den Präsidentenpalast in Buenos Aires, zurückkehren.

Der angebliche Krebs der argentinischen Präsidentin hatte in Südamerika große Wellen geschlagen, obwohl er als heilbar galt, weil mehrere Spitzenpolitiker in der Region in den vergangenen Jahren an Krebs erkrankt sind. Sowohl Venezuelas Präsident Hugo Chávez als auch sein paraguayischer Amtskollege Fernando Lugo befinden sich in Behandlung wegen Krebserkrankungen. Auch der ehemalige Staatschef Brasiliens, Luiz Inácio Lula da Silva, hat Kehlkopfkrebs. Bei seiner Nachfolgerin Dilma Rousseff war 2009 ein Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert worden, den sie noch vor ihrer Wahl zur Staatschefin erfolgreich bekämpfen konnte.

dpa

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