Studie: Kinder aus sozial schwachen Familien werden in Niedersachsen besonders stark benachteiligt

Arme Kinder mit schlechten Chancen

Hannover. Kinder aus sozial schwachen Familien haben in Niedersachsen besonders schlechte Aussichten auf schulischen Erfolg. Wer aus einer bessergestellten Familie kommt, hat eine 5,8 mal höhere Chance, das Gymnasium zu besuchen als Kinder aus unteren Sozialschichten.

Damit schneidet Niedersachsen im Ländervergleich schlechter ab als der Bundesdurchschnitt.

Das geht aus einer am heutigen Montag veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung und des Instituts für Schulentwicklungsforschung an der Technischen Universität Dortmund hervor.

Ein weiteres Manko: Nur 34,8 Prozent der niedersächsischen Schüler ohne Abschluss oder nur mit Hauptschulabschluss ergattern einen regulären Ausbildungsplatz (Bundesdurchschnitt 41,5 Prozent).

Wenig Schulabbrecher

Die Schulabbrecher sind dagegen kein gravierendes Problem: Landesweit verließen 6,2 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss - in diesem Punkt steht Niedersachsen besser da als die meisten anderen Länder.

Das Abitur oder Fachabitur schaffen zwischen Werra und Nordsee 42 Prozent der jungen Erwachsenen, in vielen Bundesländern sind es dagegen bereits die Hälfte. Hier hat das Land Nachholbedarf.

Das Fazit der Studie: Auch zehn Jahre nach dem Pisa-Schock bekommen bundesweit die Kinder armer Eltern oder von Migranten die Chancenungleichheit vor allem in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein zu spüren. Die Abitur-Chancen von Akademikerkindern sind hier im Schnitt 6,1 mal größer als die von Kindern aus niedrigeren Schichten.

Spitze in Integration

Einen Spitzenplatz belegt Niedersachsen dagegen bei der Integration von beeinträchtigten Kindern. So werden nur 4,4 Prozent der Schüler auf Förderschulen unterrichtet (Bundesdurchschnitt fünf Prozent). Eine sonderpädagogische Förderung benötigen lediglich 4,8 Prozent aller Schüler (Bundesschnitt 6,2 Prozent). (lni)

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