CDU-Kanzlerkandidat

Nie wieder Corona-Lockdown? „Das verspreche ich“, sagt Armin Laschet live im TV

Armin Laschet spricht sich in einem TV-Interview deutlich gegen einen weiteren Corona-Lockdown aus. Die 50er-Inzidenz hält der CDU-Kanzlerkandidat für veraltet.

Berlin – Wird es in Deutschland einen weiteren Lockdown geben? Nach der ersten, zweiten und dritten Corona*-Welle beschäftigt diese Frage zahlreiche Bürgerinnen und Bürger. CDU-Bundeskanzlerkandidat Armin Laschet* hat darauf nun eine klare Antwort gegeben.

Nach Ansicht von Armin Laschet darf es in Deutschland keinen weiteren Corona-Lockdown* geben. Sollte er bei der Bundestagswahl* im September Bundeskanzler werden, werde es auch keinen mehr geben. In einem Interview mit dem neuen Boulevardfernseher Bild TV sagte der Kanzlerkandidat der Christdemokraten: „Ich setze darauf, dass wir beim Impfen weitere Fortschritte machen, dass wir für die, die geimpft sind, keine Beschränkungen mehr haben und dass wir vor allem keinen Lockdown mehr machen. Das ist eine klare Aussage.“

Armin Laschet (CDU) über Corona-Inzidenz: Alleine nicht mehr aussagekräftig

Auf die Frage des Moderators, ob er das Garantieren werde – auch als möglicher neuer Kanzler, antwortete Laschet: „Das verspreche ich.“ Man habe gelernt, dass die Inzidenz alleine nicht mehr aussagekräftig sei, sagte der CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen und fügte hinzu: „Die steht aber immer noch im Infektionsschutzgesetz. Da steht immer noch die Inzidenz 50 drin. Obwohl jeder weiß: 50 ist nicht mehr das gleiche wie vor einem Jahr, weil so viele Menschen geimpft sind.“

Armin Laschet (CDU) hat in einem Fernsehinterview versprochen, dass es mit ihm keinen weiteren Corona-Lockdown geben werde.

Das Infektionsschutzgesetz müsse sich ändern, der Fokus dürfe nicht mehr so stark auf den Corona-Inzidenzwerten liegen. „Deshalb finde ich, man muss das Infektionsschutzgesetz jetzt sehr bald ändern. Ich habe mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darüber gesprochen. Wir brauchen eine Lösung, die die Hospitalisierung, also den Grad derer, die wirklich krank werden, ebenfalls misst. Das muss ins Infektionsschutzgesetz hinein“, sagte Laschet in der Fernsehsendung, die live ausgestrahlt wurde.

Corona-Inzidenzwerte: Nicht nur Armin Laschet will Wert aus dem Gesetz streichen

Auch Mitglieder der Bundesregierung sprechen sich für eine Streichung der 7-Tage-Inzidenz als zentrales Kriterium in der Corona-Politik aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Montag (23.08.2021) im Morgenmagazin des öffentlich-rechtlichen Senders ZDF: „Die 50er-Inzidenz im Gesetz hat ausgedient. Die galt für eine ungeimpfte Bevölkerung, wir haben mittlerweile viele Menschen, die sich haben impfen lassen.“

Spahn forderte, den Maßstab der Inzidenz „aus dem Gesetz zügig zu streichen.“ Der neue Parameter für die Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern solle die Hospitalisierungsrate werden. Spahn fügte hinzu, dass er noch vor der Bundestagswahl einen Vorschlag für eine Gesetzesänderung vorlegen möchte.

Inzidenzwert als Maßstab für Corona-Politik offenbar endgültig vor dem Ende

Auch Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sprach sich gegen die festgelegte Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern binnen einer Woche aus. „Wir brauchen diese Inzidenzzahl nicht“, sagte Lambrecht später am Tag bei Bild TV. Viel wichtiger sei die Impfquote, die Situation in den Krankenhäusern sowie der Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus.

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Offenbar werden diese Forderungen nun auch Realität: Nach Informationen der internationalen Nachrichtenagentur Reuters und der Bild-Zeitungen hat sich das Corona-Kabinett am Montagvormittag darauf geeinigt, die Inzidenzwerte als wesentliches Element der Bewältigungsstrategie gegen die Corona-Pandemie abzuschaffen. Aus Regierungskreisen hieß es, dass zukünftig die Hospitalisierungsrate die wichtigste Rolle spielen solle. Der Vorschlag muss noch vom Bundestag gebilligt werden. (tvd) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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