Kanzlerkandidat der Union

Armin Laschet sorgt für Wirbel: Empörung nach Äußerung zum Mord in Idar-Oberstein

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet.
+
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat auf einer Wahlkampfveranstaltung über den Mord an einem 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter gesprochen. (Archivfoto)

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gibt ein Statement zum Tankstellen-Mord in Idar-Oberstein ab. Seine Wortwahl schlägt hohe Wellen.

Stralsund – Landesweit hat der Mord an einem 20-jährigen Studenten und Tankstellenmitarbeiter* im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein Entsetzen ausgelöst. Als Motiv gab der 49-jährige Tatverdächtige der Staatsanwaltschaft zufolge an, die Umstände der Corona-Pandemie hätte ihn dazu getrieben. Es sei nötig gewesen, „ein Zeichen zu setzen“. Zuvor hatte der 20-Jährige den Mann am Samstag (18.09.2021) zweimal auf die Maskenpflicht hingewiesen, die dieser laut eigener Aussage nicht befolgte.

Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, kritisierte indes, dass der Mord im Internet von Corona-Leugnern, Querdenkern und Rechtsradikalen instrumentalisiert werde. „Wer einen Mord rechtfertigt oder begrüßt, bereitet den Nährboden für Gewalt“, sagte die SPD-Politikerin. Auch Parteikollege und Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie Grüne-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock drückten ihre Betroffenheit aus. Armin Laschet hingegen erhitzte kurz vor der Bundestagswahl 2021 die Gemüter.

Armin Laschet über Mord in Idar-Oberstein: „Fordern jeden auf, das zu lassen“

„Am selben Tag, an dem ein Bürger für die Durchsetzung der Maskenpflicht in Idar-Oberstein ermordet wird, veröffentlicht die CDU einen Spot mit einem Querdenker. Dieses Video ist ein Hohn für alle, die mit Solidarität und Engagement gegen das Virus kämpfen“, schrieb Grüne-Politiker Janosch Dahmen auf Twitter. Die Rede ist von einem Youtube-Video des offiziellen Parteikanals, indem mit einem Gespräch zwischen Armin Laschet und einem „Querdenker“ geworben wird, welcher auf einer Parteiveranstaltung die Bühne stürmte.

Auf das Video folgte am Dienstag (21.09.2021) in Stralsund ein gemeinsamer Wahlkampfauftritt mit Angela Merkel, um auf den letzten Metern noch weitere Unions-Wähler zu mobilisieren. Dies nahm CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet zum Anlass, noch einmal auf die schreckliche Tat einzugehen: „Heute (Anm. der Red.: Die Tat ereignete sich bereits am Samstag, 18. September) ist an einer Tankstelle in Idar-Oberstein ein 20-jähriger junger Mann, der nur an der Kasse saß und jemand drauf aufmerksam gemacht hat, er solle bitte eine Maske tragen, von dem ermordet worden. Diese Gewalt wollen wir in unserem Land nicht. Wir verurteilen diese Aggression und fordern jeden auf, das zu lassen.“

Kritik auf Twitter – Armin Laschet äußert sich erneut zu Tat in Idar-Oberstein

Besonders die letzten Worte sind es, die aktuell für reichlich Kritik sorgen. Bildblog-Journalist Lorenz Meyer twitterte etwa: „Man könnte über die unbedarfte Äußerung eines kognitiv überforderten Politikers lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Armin Laschet hat über die Ermordung des Tankstellen-Kassierers durch einen Maskenverweigerer gesprochen und gesagt: ‚Wir fordern jeden auf, das zu lassen‘.“

Armin Laschet habe es geschafft, „in den letzten Tagen vor der Wahl nochmal allen klarzumachen, dass er niemals Kanzler werden darf“, schrieb ein weiterer Twitter-Nutzer. In den sozialen Netzwerken wird dem CDU-Politiker zudem Pietätlosigkeit vorgeworfen. Gegenüber dem Welt-Fernsehsender ergänzte Laschet später aber: „Gewalt ist kein Mittel. Das ist abscheulich, was wir da erlebt haben.“ (Nail Akkoyun) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.