„Late Night Berlin“

Armin Laschet im Kinder-Kreuzverhör – „Ist Maaßen ein Nazi?“

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss sich in einem Interview den unangenehmen Fragen von Kindern stellen. (Archivbild)
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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss sich in einem Interview den unangenehmen Fragen von Kindern stellen. (Archivfoto)

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet muss sich den teils unangenehmen und bohrenden Fragen von zwei Kindern stellen. Wie hat sich der Politiker dabei geschlagen?

Kassel/Berlin – Es ist in letzter Zeit keine Seltenheit, dass sich CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet kurz vor der Bundestagswahl 2021 den Fragen der Bürgerinnen und Bürger stellt, um von sich zu überzeugen. Doch mit solch einem Interview hatte der Politiker sicher nicht gerechnet: Zwei Kinder haben ihm einige Fragen gestellt – und die hatten es in sich.

Das Gespräch wurde jedoch nicht in einer Sendung für Kinder ausgestrahlt, sondern in keiner geringeren als der Show „Late Night Berlin“ von Moderator und TV-Witzbold Klaas Heufer-Umlauf. Am Dienstagabend (14.09.2021) konnten sich zahlreiche Zuschauer das etwas andere Interview von Armin Laschet im Fernsehen anschauen.

Armin Laschet: Zwei Kinder führen Interview mit Kanzlerkandidat – „Ich rauche nicht auf Lunge“

Romeo und Pauline sind circa zehn Jahre alt und warteten bereits ausgestattet mit Politikmagazinen in einem kleinen Kinderzirkuszelt, geschmückt mit Lichterketten und bunten Girlanden. Laschet musste sich leicht bücken, um dieses überhaupt betreten zu können. Bereits nach den ersten Fragen wurde klar: In dieser Runde wird es weniger um politische Erkenntnisse gehen, sondern mehr um Entertainment.

Dass Politiker von Kindern aus der Reserve gelockt und sich letzten Endes ziemlich blamieren können, ist nicht erst klar, seitdem AfD-Chef Tino Chrupalla bei einem ZDF-Kinderreporter kein einziges deutsches Gedicht einfiel. Besonders junge Menschen können unbequeme und naive Fragen stellen und haben dabei immer das Publikum auf ihrer Seite. So nahmen Pauline und Romeo Armin Laschet kurzerhand ins Kreuzverhör und wechselte heiter zwischen politischen Themen und Privatleben.

„Ich habe Fotos gesehen, auf denen rauchst du Zigarillos“, sagte Pauline - ein ziemlich harter Vorwurf aus einem Kindermund. „Willst du damit aufhören?“, setzte die junge Reporterin nach. Man sah Laschet die Scham in das Gesicht geschrieben. Er druckste zunächst ein wenig herum. „Ist ja ungesund“, warf Romeo ein. „Ja, das stimmt, aber es ist so vieles ungesund“, antwortete der CDU-Vorsitzende lächelnd. Schuldbewusst fügte er hinzu: „Und ich rauche die nicht auf Lunge.“ Kindgerechte Worte fand er bei diesem privaten Thema nicht und auch eine Idee, wie er sich nun aus dieser Affäre elegant hinausziehen kann, blieb aus.

„Ehe für alle“ und Lachen im Flutgebiet: CDU-Chef Armin Laschet im Kinder-Interview

Die nächste unangenehme Frage ließ nicht lange auf sich warten. Romeo wollte wissen, warum er bei seinem Besuch in den Flutgebieten von Nordrhein-Westfalen lachen musste. Laschet sagte, dass jemand neben ihm eine „blöde Bemerkung“ gemacht habe. Dass er genau in diesem Moment von der Presse abgelichtet wurde, ärgere ihn nach wie vor. „Die Leute haben gedacht, der nimmt das nicht ernst, weil er da lacht. Das ist einfach dämlich“, gab der Politiker gegenüber den Kindern zu.

Armin Laschet
Geboren:18. Februar 1961
Partei:CDU
Posten:CDU-Vositzender und Ministerpräsident von NRW

Es folgte eine bittersüße Attacke. „Hast du was dagegen, dass Männer heiraten dürfen?“, fragte Romeo neugierig. Laschet verneinte dies, womit sich der junge Reporter allerdings nicht zufriedengab. „Aber du wolltest nicht dafür stimmen“, hakte er nach. „Nein, ich war ja gar nicht im Bundestag. Wer kommt denn auf so komische Ideen?“, entgegnete Laschet empört. Romeo erklärte, dass es Interviews gegeben habe, in denen er sagte, dass er das nicht unterstütze. Daraufhin stieß der Politiker ein patziges „Nein, das stimmt nicht“ aus.

Und tatsächlich gab es eine Ablehnung gegenüber der Ehe-Öffnung von Armin Laschet in einem Spiegel Interview aus dem Jahr 2017. Als Romeo ihn auf jenes hinwies, lenkte der CDU-Kanzlerkandidat ab und fragte ungläubig: „Du hast schon den Spiegel gelesen, vor so langer Zeit?“ Der eigentlichen Frage ging Laschet damit aus dem Weg. Gegenüber den Kindern reagierte er bei diesem Thema eher bockig. Doch die zwei hatten höchstwahrscheinlich jemanden im Ohr, der ihnen die unangenehmen Fragen zuflüsterte, um den Politiker ein wenig zu kitzeln. In letzter Zeit schneidet Armin Laschet und die CDU zudem in einigen Umfragen eher schlecht ab.

„Ist Maaßen ein Nazi?“ – Armin Laschet reagiert in Interview mit Kindern genervt

Auch Hans-Georg Maaßen wird thematisiert. „Du bist doch der Chef der CDU. Ist Maaßen ein Nazi?“, wollen die Kinder wissen. „Nein“, antwortete Laschet langsam. Er habe immer gegen Nazis gekämpft und solche Leute wolle man auch nicht in der Partei haben. Auf die Frage, ob Maaßen denn ein Rechter sei, blockte er ab. „Kennst du den?“, fragte er den jungen Reporter Romeo. Auf die Nachfrage, was Laschet an ihm gut findet, entgegnete er bloß genervt: „Warum soll an ihm was gut sein?“ Dies sei schließlich keine Werbeveranstaltung für Herrn Maaßen.

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Zwischendurch wollten die Kinder noch wissen, nach wie vielen Purzelbäumen ihm schwindelig wird und wie er als Drache heißen würde. Typische Kinder-Fragen, auf die man kreative Antworten hätte geben können. Aber nicht Armin Laschet. Dieser antwortete eher desinteressiert und abweisend mit „keine Ahnung“. Auf Fragen von Kindern angemessen zu antworten scheint demnach nicht zu den Stärken des potenziellen künftigen Kanzlers zu gehören. (Alina Schröder)

Aktuell steht Laschet in der Kritik, weil er einem Querdenker auf einer Veranstaltung das Mikro überließ.

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