Heftige Worte des Schauspielers

Armin Rohde: Hitler-Anspielung über Österreichs Kanzler Kurz

Der deutsche Schauspieler Armin Rohde stellt Österreichs neuen Kanzler nicht nur in die rechte Ecke, er spielt sogar auf Adolf Hitler an.

Wien/München - Sein Tweet ist bereits ein paar Tage her, doch erst jetzt schlägt er hohe Wellen: Armin Rohde hat den neuen Kanzler Österreichs, Sebastian Kurz (ÖVP), in die Nähe von Adolf Hitler gerückt.

Auf Twitter schrieb er: „An sämtliche Auswahlgremien sämtlicher Kunstakademien: Sollte sich Sebastian Kurz jemals bei Ihnen bewerben - nehmen sie ihn auf um Himmels Willen, scheißegal was er vorlegt!“

Eine böse Anspielung an die Geschichte des deutschen Diktators, der sich 1907 an der Wiener Kunstakademie beworben hatte, damals aber nicht genommen wurde. Stattdessen machte er die bekannte Karriere in der Politik.

Erklären wollte sich der 62-Jährige in der Bild-Zeitung nicht. Rohde ist bekannt für klare Worte, doch was hat er damit gemeint? Kurz ist mit 31 Jahren das jüngste Staatsoberhaupt der Welt, hat sich allerdings noch zu keiner bekannten rechtsradikalen Anspielung hinreißen lassen. Der Schauspieler wird daher wohl Kurz-Vize Heinz-Christian Strache meinen. Mit dessen rechtspopulistischer FPÖ ist Kurz eine Koalition eingegangen.

Straches Vergangenheit im Neonazi-Umfeld ist in Österreich bekannt, bei vielen allerdings längst als Jugendsünde verziehen.

Straches bräunliche Liste ist lang

Wie die dpa berichtet, trat er als Jugendlicher einer schlagenden, deutschnationalen Burschenschaft bei. Strache focht dort Auseinandersetzungen nach alter Tradition mit stumpfen Waffen aus. Im Laufe der Jahre folgten Zeltlager mit Neonazis oder paramilitärische Wehrsportübungen im Wald, die Strache als harmlose „Paintballspiele“ bezeichnet.

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Philippa (l.), Frau von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Susanne Thier (2.v.r.), Freundin von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz.
Philippa (l.), Frau von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Susanne Thier (2.v.r.), Freundin von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz. © dpa
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit Frau Philippa.
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit Frau Philippa. © AFP
Susanne Thier (l), Freundin von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz und Philippa, Frau von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lächeln am 15.10.2017 in Wien, nachdem die Wahllokale geschlossen haben.
Susanne Thier (l), Freundin von ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz und Philippa, Frau von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lächeln am 15.10.2017 in Wien, nachdem die Wahllokale geschlossen haben. © dpa
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit Frau Philippa.
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mit Frau Philippa. © AFP
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier.
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier. © dpa
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier.
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier. © action press
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier.
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier. © AFP
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier.
ÖVP-Kanzler Sebastian Kurz mit Freundin Susanne Thier. © AFP

Ein Bild soll ihn mit dem Kühnen-Gruß, einer Abwandlung des verbotenen Hitlergrußes mit drei abgespreizten Fingern, zeigen. Strache rechtfertigte sich, er habe nur drei Bier bestellt. Bei Thomas Bernhards „Heldenplatz“-Premiere 1988 im Wiener Burgtheater demonstrierte Strache lauthals auf den Rängen. Viele Österreicher waren empört, dass Bernhard mit dem Stück das Land in die Nazi-Ecke gestellt hatte. 

Armin Rohde.

Wie die Bild schreibt, pflegte Strache seit 1985 engen Kontakt zu bekannten österreichischen Neonazis wie Gottfried Küssel (59, wegen Volksverhetzung seit 2011 in Haft) und Holocaust-Leugner Franz Radl (50). Fotos aus dieser Zeit zeigen ihn dem Bericht nach u.a. vermummt in Uniform mit Schlagstock.

Der zweifache Familienvater nennt die Zeit einen „Lernprozess“

Noch 2012 postete Strache eine antisemitische Karikatur, die für Aufregung sorgte. Ein dicker Banker wird darin mit Hakennase und Davidstern auf den Manschettenknöpfen von einem Regierungsbeamten gefüttert, während eine magere Gestalt als Volk hungern muss.

Strache nennt die Zeit heute einen Lernprozess. Damals habe er herausgefunden, was richtig und was falsch sei. Aber: „Ich war nie ein Neonazi und ich bin kein Neonazi.“ Antisemitische Untertöne in der Partei sind heute offiziell verboten. Der zweifache Vater selbst war mehrfach auf Polit-Tour in Israel.

Straches Liste ist lang und Kurz kennt sie. Dennoch koaliert er mit Strache und macht diesen so zum Vize-Kanzler Österreichs. Rohde brachte das wohl auf die Palme.

mke, dpa, Video: Glomex

Rubriklistenbild: © AFP

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