Armutsrisiko für Kleinkinder erneut gesunken

Hannover/Bremen. Immer weniger Kleinkinder in Niedersachsen und Bremen wachsen in Armut auf. Während das Armutsrisiko für unter Dreijährige in Niedersachsen mit 18,2 Prozent genau im Bundesdurchschnitt liegt, hat Bremen mit 33,6 Prozent trotz der Verbesserung Aufholbedarf - nur Berlin schneidet im Ländervergleich noch schlechter ab.

Das geht aus einer Analyse der Bertelsmann Stiftung in Gütersloh hervor. Untersucht wurde, wie viele Kleinkinder in Familien aufwachsen, die von der staatlichen Grundsicherung abhängig sind.

In Niedersachsen sank die Zahl der Kinder in bedürftigen Familien von 37 300 (19,4 Prozent) im Jahr 2010 auf 34 400 (18,2 Prozent) im vergangenen Jahr. Nur in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen ist das Armutsrisiko für Kleinkinder geringer. 2008 lag das Armutsrisiko im Nordwesten noch bei 21,5 Prozent, seitdem ist es um mehr als 15 Prozent gesunken. In Bremen sank das Risiko im gleichen Zeitraum um rund 11 Prozent.

Die absolute Zahl der Kleinkinder, die in Armut aufwachsen, ging von 5800 (35,5 Prozent) 2010 auf 5400 (33,6 Prozent) zurück. Nicht nur im Ländervergleich, auch im Vergleich mit anderen Großstädten schneidet das kleinste Bundesland schlecht ab: Nur in 4 von 35 Städten mit mehr als 200 000 Einwohnern ist das Risiko für Kleinkinder größer, in einer bedürftigen Familien aufzuwachsen.

Bundesweit sank die Armutsquote bei den unter Dreijährigen von 19,8 Prozent im Jahr 2010 auf 18,2 Prozent und damit stärker als in den beiden Vorjahren. Das Armutsrisiko für Kleinkinder ist seit 2008 deutschlandweit rückläufig, damals lag es bundesweit noch bei 21,2 Prozent.

Das Armutsrisiko für die Gesamtbevölkerung steigt dagegen: In Niedersachsen hatten 2011 insgesamt 15,7 Prozent der Menschen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zum Leben zur Verfügung. Im Vorjahr waren es erst 15,3 Prozent gewesen. In Bremen stieg die Armutsquote von 21,1 auf 22,3 Prozent und ist damit deutschlandweit am höchsten.

dpa/lni

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