Aktivisten kündigen Widerstand an: Blockaden, Streiks, Schienensabotage

Atomgegner rüsten sich für Castor

Hannover. Von Laternenumzügen über Sitzstreiks bis hin zum „Schienen-Schottern“: Mit massiven Protesten wollen Atomkraftgegner den für Ende November geplanten Castor-Transport nach Gorleben aufhalten. Die Aktionen sollen früher, flexibler und weiträumiger stattfinden. Auch eine Blockade der vielbefahrenen ICE-Strecke Hamburg-Hannover und eine Besetzung des Bahnhofs Lüneburg schließen die Anti-Castor-Gruppen nicht aus. Das Innenministerium mahnt zur Besonnenheit.

„Wir hoffen auf friedvolle Aktionen“, erklärte gestern ein Sprecher von Ressortchef Uwe Schünemann (CDU). Gleichzeitig machte er aber unmissverständlich klar, dass die Polizei die Atommüllfuhre ins Zwischenlager Gorleben sicherstellen werde. „Wir sind auf Stopp-Versuche vorbereitet.“ Verbotene Handlungen werde man verhindern und verfolgen. „Schottern ist und bleibt eine Straftat.“

Bei dieser im vergangenen Jahr erstmals eingesetzten Methode entfernen die Protestierer in großer Anzahl Steine aus dem Gleisbett und unterhöhlen die Schienen, so dass der Zug mit den elf Castoren aus der Wiederaufbereitungsanlage im französischen La Hague nicht mehr sicher passieren kann. „Wir machen die Strecke unbefahrbar“, erklärte Hanna Spiegel von der Gruppe „Castor? Schottern!“ mit Blick auf den Abschnitt zwischen Lüneburg und Dannenberg. Das Untergraben solle aber nur unmittelbar vor der eigentlichen Castor-Fuhre erfolgen. „Es besteht keinerlei Gefahr für den normalen Zugverkehr“, versicherte Spiegel.

Der Castor-Zug soll nach gegenwärtigem Stand am 24. November in Frankreich starten und am 1. Adventswochenende im Wendland eintreffen. Insgesamt elf Initiativen haben sich zum Bündnis „Wendland Aktionsgruppentreffen w.a.g.t.“ zusammengeschlossen, darunter Autonome der Kampagne „Atomstaat stilllegen“.

Deren Mitglieder treten namentlich nicht in Erscheinung, rufen aber als „Untergrundamt der Republik Freies Wendland, Büro für Straßen- und Gleisbauangelegenheiten“ unverblümt zur „Entwidmung“ von Gleisen und Straßen auf: „Schienenstränge, Schwellen und Schotter werden kostenfrei an Selbstabholer abgegeben.“

Die meisten anderen Gruppen haben sich einem „phantasievollen gewaltfreien Widerstand“ verschrieben. Die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg ruft bereits für Samstag, 26. November, zur zentralen Demonstration am Verladebahnhof auf.

Von Peter Mlodoch

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