Atommüll-Lager Asse soll geräumt werden

+
Das Atomendlage in Asse soll geräumt werden.

Berlin - Die Bundesregierung und die niedersächsische Landesregierung wollen die radioaktiven Abfälle so schnell wie möglich aus dem maroden Atommüll-Lager Asse bergen.

“Wir wollen, dass die Abfälle aus der Asse herauskommen“, versicherte Niedersachsens neuer Umweltminister Stefan Birkner (FDP) am Freitag im Bundestag. “Wir werden alles daran setzen, schnellstmöglich Klarheit darüber zu erlangen, ob und inwieweit es auch tatsächlich möglich ist.“ Ursula Heinen-Esser (CDU) aus dem Bundesumweltministerium ergänzte: “Für uns hat die Rückholung der radioaktiven Abfälle aus der Asse absolut oberste Priorität.“

Bis zum Jahr 1978 waren in der niedersächsischen Asse rund 126 000 Fässer mit schwach und mittel radioaktiven Abfällen eingelagert worden. Das ehemalige Salzbergwerk ist aber in einem bedenklichen Zustand, weil derzeit pro Tag rund 12 000 Liter Wasser eindringen. Birkner betonte, bei einer Beibehaltung des bisherigen Tempos sei eine Rückholung der Fässer nahezu unmöglich. Deshalb wolle er alle Möglichkeiten nutzen, um das Verfahren zu beschleunigen.

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Die Atomkraftwerke in Deutschland und Europa

Der frühere Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte Birkners Bekenntnis zur Asse-Räumung. Dies bedeute eine “180-Grad-Wendung“ der niedersächsischen Landesregierung. Unter Birkners Amtsvorgänger Hans-Heinrich Sander (FDP) sei das Land noch der “große Bremser“ gewesen, sagte der SPD-Vorsitzende.

Gleichzeitig bot Gabriel sofortige Gespräche über eventuell notwendige Änderungen im Atomrecht an. Zuvor hatten bereits Birkner und Heinen-Esser gesetzliche Änderungen angeregt, um Genehmigungsverfahren für die Asse-Räumung zu beschleunigen. Auch die Grünen beklagten Verzögerungen durch unnötige Auflagen. Zur Beschleunigung des Verfahrens machten sie sich für die Anwendung eines Gefahrenabwehr-Paragrafen im Atomgesetz stark. Mit dieser Forderung stießen sie im Bundestag jedoch mehrheitlich auf Skepsis.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.