Atommülllager Asse: Erkundungsbohrungen für Bergungsschacht starten

Remlingen. Tausende Liter Wasser strömen täglich in das ehemalige Salzbergwerk Asse, wo seit Jahrzehnten Atommüll gelagert wird. Jetzt wird dort oberirdisch ein neuer Bohrer aufgebaut. Damit wird erkundet, wo der beste Standort für einen Schacht zur Bergung des Mülls ist.

Über dem maroden Atommülllager Asse bei Wolfenbüttel starten im Juni die Erkundungsbohrungen für einen Schacht, über den der Müll aus der Tiefe geborgen werden soll. Derzeit wird dafür eine fast 17 Meter hohe Bohranlage aufgebaut, sagte Projektleiter Michael Sniehotta von der Asse GmbH.

Bis November wird dann mit dem Bohrer in eine Tiefe von 790 Metern vorgedrungen. Dabei werden diverse Gesteinsproben entnommen, die in Leipzig untersucht werden sollen. Außerdem werden geophysikalische Messungen und hydraulische Tests gemacht. Damit wollen die Experten unter anderem Aufschluss über die Wasserzuflüsse zu dem Atommülllager erhalten.

In dem alten Salzbergwerk wurden bis 1978 insgesamt 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall entsorgt. In das Lager dringen aber täglich 12.000 Liter Wasser ein, deswegen soll der Müll geborgen werden. Ende Februar beschloss der Bundestag dazu ein eigenes Gesetz, „Lex Asse“, mit dem die Bergung beschleunigt werden soll.

Bis November sollen die Erkundungsbohrungen für den Bergungsschacht abgeschlossen sein. „Dann wird es aber sicher noch einige Monate benötigen, bis alle Daten ausgewertet sind“, sagte Projektleiter Sniehotta. Sollte der untersuchte Standort geeignet sein, könne dann aber relativ schnell mit dem Bau des Bergungsschachtes begonnen werden.

Parallel dazu laufen in dem Bergwerk die Bohrungen unter Tage weiter. Dort wird seit einigen Monaten versucht, eine Kammer anzubohren, um herauszufinden, in welchem Zustand die maroden Atommüllfässer sind. Es ist unklar, ob sich der Müll noch in den Fässern befindet oder ausgetreten ist.

Ob die mehrere Milliarden Euro teure Rückholung machbar ist, kann bisher niemand sagen. Zur Bergung muss außer dem neuen Schacht auch ein oberirdisches Zwischenlager gebaut werden. In welches Endlager der Atommüll dann abtransportiert werden soll, ist auch noch offen. Bürger befürchten, dass wegen des eindringenden Wassers der Atommüll langfristig das Grundwasser in der Region verseuchen könnte. Das bisher einmalige Projekt könnte bis über das Jahr 2040 hinaus dauern. (lni)

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