Aufregung um Sarrazins Buch: "Erst lesen, dann reden" - Ein Kommentar

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Tibor Pézsa über die Aufregung um Thilo Sarrazins neues Buch

Kassel. Thilo Sarrazin bringt sein zweites Buch auf dem Markt. Darin wirft er der Politik unter anderem schwere Versäumnisse bei der Einführung des Euro vor. HNA-Redakteur Tibor Pézsa hat das Buch gelesen - und kommentiert die Aufregung rund um die Neuerscheinung.

So ist er eben, der Politiker: Er unterteilt die Dinge, mithin auch die Bücher, in „hilfreich“ oder „nicht hilfreich“. Was den unschätzbaren Vorteil hat, dass man schnell mit der Sache fertig ist und sich umso intensiver mit Stil- und Haltungsnoten aller Beteiligten befassen kann. Das erspart viel Arbeit.

Als Angela Merkel Thilo Sarrazins Deutschland-Buch als „nicht hilfreich“ ablehnte, hatte sie das Buch nicht gelesen. Genauso dürfte es sich jetzt mit jenen verhalten, die auf den Autor einschlagen, als gelte es den Leibhaftigen zu vertreiben. Was da nicht alles gefordert wird: Auftrittsverbot im öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Kontaktsperre. Reaktionärer Nationalismus wird dem Autor vorgeworfen und dass er den Austritt Deutschlands aus dem Euro wolle, wohlbemerkt: alles in Unkenntnis des Buches, teils entgegen seiner Aussagen.

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Gewiss: Sarrazin versteigt sich auch in diesem Buch in anthropologische Verallgemeinerungen, was ihn einmal mit Blick auf Griechenland von „levantinischer Schläue“ schwadronieren lässt. Das ist überflüssig und widerwärtig. Aber es ist die absolute Ausnahme.

Und Sarrazins Hinweis auf die deutsche Geschichte als Motiv für die europäische Integration? Das, mit Verlaub, ist seit Gründung der Europäischen Gemeinschaft ein Gemeinplatz. Nur eben nicht so polemisch wie bei Sarrazin. So bellen sie jetzt also, die getroffenen Hunde. Was freilich sehr viel weniger Erkenntniswert hat, als Sarrazins brillante Euro-Analyse.

Kommentar von Tibor Pézsa

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