Anschläge mit Kraftfahrzeugen

Das Auto als Waffe: Immer wieder werden Fahrzeuge für Gewalttaten missbraucht

In Volkmarsen in Hessen wurden bei einem Karnevalsumzug mindestens 52 Menschen verletzt. Ein 29-Jähriger raste mit seinem Auto in den Umzug. Autos werden immer wieder als Waffe missbraucht.

  • In Volkmarsen in Hessen fuhr ein Mann mit seinem Auto in einen Karnevalsumzug.
  • Mindestens 52 Menschen wurden verletzt.
  • Fahrzeuge werden öfters als Waffe bei Anschlägen oder anderen Gewalttaten verwendet.

Kassel - In Volkmarsen (Landkreis Waldeck-Frankenberg) in Hessen ist am Rosenmontag 2020 ein 29-jähriger Mann mit seinem Auto in den Karnevalsumzug gerast. Mindestens 52 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Viele der Verletzten waren Kinder. 

Schreckliche Gewalttaten mit Hilfe von Kraftfahrzeugen: Sind Autos Waffen?

Die Hintergründe der schrecklichen Tat in Volkmarsen sind noch unklar. Die Polizei geht jedoch davon aus, dass der Mann mit Vorsatz in die Menschenmenge gefahren ist. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Der Täter war den Behörden nicht als Extremist bekannt. Die Ermittler denken nicht, dass die Tat politisch motiviert war.

Jedoch wurden schon in der Vergangenheit öfters Kraftfahrzeuge als Waffe genutzt um andere Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Häufig werden Pkws oder Lkws für terroristische Anschläge genutzt. Allerdings werden Autos auch bei unpolitischen Gewalttaten, wie in Volkmarsen verwendet. Das Spektrum reicht von Beziehungstaten bis hin zu Selbstmordversuchen.

Das Auto als Waffe: Terroranschlag mit Lkw in Nizza fordert 86 Menschenleben

Einer der schwerwiegendsten Terroranschläge in Europa ereignete sich am 14. Juli 2016 in der französischen Touristenstadt Nizza. Während der Feier zum französischen Nationalfeiertag beobachteten circa 30.000 Menschen das Feuerwerk auf der Strandpromenade des Anglais. Damals fuhr der Attentäter Mohamed Lahouaiej Bouhle l mit einem LKW durch die Menschenmenge. Mindestens 86 Personen starben und mehr als 400 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der Islamische Staat bekannte sich zu dem Anschlag.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz - Attentäter tötet elf Menschen mit Lkw

In trauriger Erinnerung bleibt auch der Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. Am 19. Dezember 2016 fuhr der Terrorist Anis Amri mit einem gestohlenen Lkw in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche. Amri hatte vor dem Diebstahl den Fahrer des Fahrzeugs erschossen. Bei dem Anschlag am Breitscheidplatz starben elf weitere Menschen. 55 Personen wurden verletzt.

Der Täter wurde am 23. Dezember bei einer Polizeikontrolle im italienischen Sesto San Giovanni von den Beamten erschossen. Der IS verkündete, Anis Amri habe als „Soldat des Islamischen Staates“ gehandelt.

Das Auto als Waffe: Raser in Stuttgart verursacht Unfall mit zwei Toten - fahrlässige Tötung?

Am 6. März fuhr ein 20-jähriger Raser mit 160 km/h in einer 50er-Zone in Stuttgart. Der junge Mann steuerte trotz unübersichtlicher Verkehrslage mit seinem hochmotorisierten, geliehenen Jaguar ungebremst auf eine Kreuzung zu. Dort musste er einem anderen Auto ausweichen und verlor die Kontrolle über den Sportwagen. Er schleuderte in einen Kleinwagen. Bei dem Unfall kamen zwei Menschen ums Leben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart warf dem 20-Jährigen vor, den Tod anderer billigend in Kauf zu nehmen. Er wurde vom Landgericht wegen unerlaubten Autorennens mit Todesfolge zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt.

In der Folge wurde diskutiert, ob Autos auch als Waffen gelten und ob ein Unfall auch als Mord eingestuft werden können. Viele forderten strengere Regeln bei Verkauf und Vermietung von hochmotorisierten Sportwagen.

Wie sich Großveranstaltungen vor Anschlägen mit Fahrzeugen schützen

Da die Gefahr von Anschlägen oder anderen Gewalttaten mit Hilfe von Autos besteht, werden Großveranstaltungen in Deutschland üblicherweise großräumig abgeriegelt. Bei großen Karnevalsumzügen oder dem Oktoberfest in München werden die umliegenden Straßen abgesperrt. Straßensperren, schwere Blumenkübel und vor allem Poller aus Stahl sollen heranrasende Fahrzeuge aufhalten. In Folge der vermehrten Terroranschläge in Europa in den letzten Jahren wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Deutschland nochmals erhöht.

md

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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