Kommentar zu Bachmanns Rücktritt: Pegidas Probleme

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Pegida-Chef Lutz Bachmann gerät wegen eines selbst geschossenen Fotos mit Hitler-Bärtchen unter Druck.

Lutz Bachmann, Chef der Pegida-Bewegung, hat hingeworfen. Ist das das Ende der Bewegung? Ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Dass sich das Thema Pegida damit erledigt hat, ist allerdings nicht ausgemacht. Denn Bachmann stand zwar an der Spitze, er war aber kein intellektueller Kopf, kein charismatischer Führer. Sein Rücktritt hinterlässt keine Lücke.

Probleme resultieren eher aus der schillernden Hülle der Bewegung. Die angebliche Islamisierung war von Anfang nur an eine Chiffre für eine diffuse Mischung aus durchaus berechtigter Kritik an mangelhafter Politik, enttäuschten Erwartungen vieler Ostdeutscher an die Einheit sowie Verschwörungstheorien.

Einige von denen, die da Montag für Montag mitmarschiert sind, können deshalb in Dialog und Debatte für die Demokratie gewonnen werden, sie sind keine Spinner und Extremisten, sondern Enttäuschte und Besorgte.

Viele andere wird man aus den Augen verlieren. Denn Politik erfordert mehr als Empörung und Abwendung. Benötigt wird - nach dem berühmten Wort des Soziologen Max Weber - ein beharrliches Bohren dicker Bretter mit Leidenschaft und Augenmaß.

Mail an den Autor: bli@hna.de

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