Erbitterte Kämpfe im Irak

Bagdad: 200 US-Soldaten sollen Botschaft schützen

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Viele weitere US-Soldaten werden in den Irak entsandt.

Bagdad - Angesichts der erbitterten Kämpfe im Irak haben die USA bis zu 200 weitere Soldaten für den Schutz ihrer Botschaft in Bagdad entsandt.

Diese sollten die diplomatische Vertretung sowie den internationalen Flughafen in der irakischen Hauptstadt schützen, kündigte US-Präsident Barack Obama am Montag in einem Schreiben an den Kongress an. Falls dies notwendig werde, seien die Soldaten auch für den Kampf gerüstet.

Das US-Verteidigungsministerium teilte in Washington mit, die zusätzlichen Soldaten seien bereits am Sonntag im Irak eingetroffen. Sie seien auch mit Drohnen ausgestattet. Damit könnte etwa Personal geschützt werden, sollte die Botschaft evakuiert werden müssen. Zu den Aufgaben der Militärangehörigen, die auch über Hubschrauber verfügen, zählt zudem die nachrichtendienstliche Aufklärung. Die Soldaten sollten so lange im Irak bleiben, "wie die Sicherheitslage diese erfordert", hieß es weiter.

Mitte Juni hatte Obama bereits die Entsendung von bis zu 275 Soldaten verkündet, die US-Bürger und die Botschaft im Irak schützen sollen. Zudem sollen bis zu 300 US-Militärberater die irakische Armee im Kampf gegen die Dschihadisten gegen die Sunnitengruppe Islamischer Staat im Irak und in Großsyrien (Isis) unterstützen. Damit steigt die Zahl der bereitgestellten US-Soldaten auf fast 800. Viele von ihnen gehören Eliteeinheiten an. An Kampfhandlungen gegen die sunnitischen Extremisten sollen sie sich aber nicht beteiligen.

Obama hatte den Einsatz von Bodenkampftruppen im Irak ausgeschlossen, die Möglichkeit für Luftangriffe hielt er sich aber offen. Ende 2011 waren die letzten US-Soldaten aus dem Irak abgezogen worden.

Nach ihrem Vormarsch im Norden und Westen im Irak hatte Isis am Sonntag einen grenzüberschreitenden islamischen Gottesstaat ausgerufen. Das "Kalifat" erstrecke sich von der Region Aleppo im Norden Syriens bis zur Region Dijala im Osten des Irak, teilte die radikalsunnitische Organisation mit. Zugleich nannte sich die Gruppe in Islamischer Staat (IS) um.

Am Dienstag kommt das irakische Parlament zu seiner ersten Sitzung seit der Wahl im April zusammen. Regierungschef Nuri al-Maliki strebt trotz der schweren Krise in seinem Land eine dritte Amtszeit an. Forderungen der USA und anderer westlicher Staaten nach einer Einheitsregierung zur Stabilisierung des Iraks lehnte er bislang ab. Die Position des seit 2006 amtierenden Schiiten Maliki ist durch die Dschihadisten-Offensive im Land zunehmend geschwächt. Vorwürfe gibt es nicht nur seitens Schiiten und Kurden, sondern auch im eigenen Lager. Deshalb galt seine Wiederwahl als unsicher.

AFP

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