Das Eichsfeld rüstet sich für den Ansturm der Pilger an der Marienkapelle Etzelsbach

Baggern für den Papst-Besuch

Pilgerziel: Vor der Wallfahrtskapelle in Etzelsbach wird der Papst am Abend des 23. September eine Marienvesper halten. Foto: pid

Etzelsbach. Eigentlich ist es nur eine Stippvisite: Eineinhalb Stunden wird sich Papst Benedikt XVI. am 23. September bei seinem Deutschland-Besuch im Eichsfeld aufhalten. Wegen dieses kurzen Besuchs rüstet sich der Ort Etzelsbach nun für den Ansturm der Pilger an der Marienkapelle Etzelsbach.

Lesen Sie auch

- Betriebe in der Region als Nutznießer des Papst-Besuches

- Schüler im Eichsfeld haben Papst-frei

- Papst-Besuch: Protest formiert sich

Laut Programm wird das Oberhaupt der katholischen Kirche um 17.30 Uhr mit einem Hubschrauber nahe der Wallfahrtskapelle Etzelsbach landen, in ein „Papamobil“ umsteigen, auf einer 700 Meter langen Strecke am Pilgerfeld entlangfahren, auf einer Freilichttribüne eine Marienvesper halten und um 19 Uhr wieder mit dem Helikopter entschwinden. Für die katholisch geprägte Region im Grenzgebiet zwischen Thüringen und Niedersachsen sind die 90 Minuten ein Jahrhundertereignis, für die Organisatoren ein immenser Kraftakt: Sie müssen auf einem Fleckchen Erde, das bislang über so gut wie keine Infrastruktur verfügte, den Ansturm von zehntausenden Gläubigen bewältigen.

Die Wallfahrtskapelle liegt einsam inmitten von Wiesen und Feldern zwischen Leinefelde und Heiligenstadt. Wo sonst Kühe grasen, sind jetzt Bagger und Baumaschinen im Einsatz, um das 20 Hektar große Pilgerfeld herzurichten.

Bis zu 100 000 Gläubige können auf dem Pilgerfeld Platz finden, sagt der Regionalkoordinator für den Papstbesuch im Eichsfeld, Peter Kittel. Der 52-jährige Veranstaltungsmanager hat bereits 2006 den Papstbesuch in Regensburg organisiert. Damals nahmen 260 000 Menschen an der Messe teil. Die Pilgerschar im Eichsfeld wird zwar kleiner sein, doch der Planungsaufwand ist sehr viel größer: Binnen weniger Wochen müssen die Organisatoren die Infrastruktur einer Kleinstadt aus dem Boden stampfen.

Um die Menschenmassen regulieren zu können, wird auf der früheren Wiese ein mehrere Kilometer langes Wegenetz angelegt. Außerdem müssen Bauarbeiter und Techniker eine große Bühne sowie zahlreiche Lautsprechertürme und Großbildwände aufbauen, Wasserleitungen und Stromkabel verlegen, Versorgungsstationen und Toilettenanlagen bereitstellen und ein Medienzentrum einrichten. Für die insgesamt acht Hubschrauber, mit denen der Papst und sein Begleittross anreisen, müssen Landeplätze geschaffen werden. Auf einer Gesamtlänge von 75 Kilometern werden außerdem zahlreiche Pilgerwege ausgebaut, einige von ihnen werden komplett neu angelegt. (pid)

Von Heidi Niemann

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.