Viele Oldenburger fürchten nach dem Streckenausbau zum Jade-Weser-Port mehr Güterverkehr - Forderung nach Lärmschutz

Bahn steht vor schwieriger Planung

Ganz nah dran: Eine Bahnbrücke in Oldenburg. Foto:  dpa

Oldenburg. Wenn es losgeht, will die Stadt vorbereitet sein: Bis Jahresende rechnet die Oldenburger Verwaltung damit, dass sie Stellung beziehen muss zu den Bahn-Plänen für die Gestaltung der Strecke zwischen Oldenburg und dem Nachbarort Rastede. Es ist das letzte Stück der Ausbaustrecke bis zum neuen Tiefwasserhafen im 55 Kilometer entfernten Wilhelmshaven - und damit um die Sorgen vieler Oldenburger. Sie fürchten die Folgen des wachsenden Güterverkehrs und sorgen sich um ihre Nachtruhe, ihre Lebensqualität und ihre Gesundheit.

Bereits vor gut einem Jahr hatte der Oldenburger Rat eine Resolution für Lärmschutz verabschiedet, darüber hinaus lässt die Stadt derzeit zwei Gutachten zur Strecke erstellen. Diese sollen Umbauvarianten eines Bahnübergangs im nördlichen Stadtteil Ofenerdiek analysieren und eine komplett andere Trassenführung entlang der A 29.

Zusätzlich kündigt Oberbürgermeister Gerd Schwandner sechs Stadtteilkonferenzen an, um mit den Bürgern in den Dialog über die Bahnstrecke zu treten - und sie zum Widerstand aufzurufen: „Je zahlreicher wir uns im Planfeststellungsverfahren im Sommer äußern, umso stärker wird auch der Druck auf die Bahn.“

Die Bahn gibt sich alledem gegenüber demonstrativ gelassen und verweist darauf, dass Lärmschutz gesetzlich nur bei baulichen Veränderungen vorgeschrieben sei. In Oldenburg sei sogar Lärmvorsorge an Abschnitten geplant, die nicht baulich verändert werden sollen.

Nach der voraussichtlich 2018 abgeschlossenen Elektrifizierung der Strecke gehe es an das Errichten von Lärmschutzwänden, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Beides habe die Stadt im Übrigen selber verzögert, indem sie im Stadtteil Bürgerfelde bei einem der zu modernisierenden Bahnübergänge eine Unterführung durchgesetzt habe. Zur Forderung mehrerer Initiativen nach einer gänzlich anderen Trasse sagt Meyer-Lovis, diese sei vom Bund als Auftraggeber nicht vorgesehen und daher schon mangels Finanzierung ausgeschlossen.

Für die Initiative der Bahnanlieger in Oldenburg (IBO) hingegen ist das letzte Wort diesbezüglich noch nicht gesprochen. Rückenwind erhofft sie sich von dem Urteil im Verfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht, mit dem sie noch vor Jahresende rechnet. (lni)

Von Deike Stolz

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