Ironie in Zeiten

Bahnstreik sorgt für Spott und Häme im Netz

Kein Zug in Sicht: Zwei junge Männer an einem Bahnsteig im Hauptbahnhof in München. Auf Twitter und Facebook wurde der Bahnstreik gestern häufig kommentiert, so wie rechts auf dem Foto. Dort machte ein Twitter-Nutzer in der Bahn ein Foto und schrieb: Nimm dir Essen mit, wegen GDL-Streik ist in vielen ICE der Speisewagen nicht geöffnet. Fotos: dpa/screenshot Twitter

Berlin. Der Bahnstreik löst in den sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sowie bei vielen Nachrichtenseiten Diskussionen aus – Ein Überblick über die Reaktionen im Netz.

Teilweise wird Verständnis für Gewerkschaft GDL geäußert, gleichzeitig löst der Streik eine Welle von nicht immer ganz ernstgemeinten Beiträgen aus.

Bahn-Kampagne als Eigentor: Im April dieses Jahres startete die Deutsche Bahn mit der Werbe-Kampagne: „Diese Zeit gehört Dir: große Freiheit im ICE.“ Diese Kampagne wird derzeit aufgrund der Wartezeiten zum Bumerang. So heißt es in einem Beitrag auf Twitter: „Nehmen Sie doch mal wieder die Bahn. Wo sonst können Sie den Arbeitskampf live erleben und dabei wichtige Termine verpassen. Steigen Sie ein – es ist schließlich ihre Zeit.“ Auf einen ähnlichen Zug springt die Online-Satire-Zeitung „Der Postillion“ und twittert eine Karikatur mit einem skelettierten Harry Potter, der auf dem Bahnsteig in Deutschland vergeblich auf seinen Zug wartet.

Tipps für die Wartezeit: Spiegel-Online wirbt dafür, die Wartezeit zum Lesen zu nutzen: Etwa den Beststeller von Sten Nadolny „Die Entdeckung der Langsamkeit“. Oder hören sie Musik: Spiegel-Online empfiehlt: von James Brown „Night Train“ oder Kylie Minogue „The Locomotion.“ Etwas praktischer gehen es die Twitter-Nutzer unter dem Hashtag #Twitfahrzentrale an: Sie tauschen sich über freie Plätze in ihren Autos aus. Streik gerechtfertigt? Meinungsbeiträge: Viele Nachrichtenseiten nehmen sich des Themas zudem in Kommentaren an: Auf tagesschau.de meint etwa Kommentator Jan Seidel, dass GDl-Chef Weselsky in der Sache Recht hat.

Er müsse jetzt den Machtkampf mit der Konkurrenzgewerkschaft EVG ausfechten – denn im Sommer könnte das Tarifeinheitsgesetz in Kraft treten und die GDL entmachten. Die Berliner taz hält die Darstellung von Weselsky als gemeinsamem Gegner der Bevölkerung in einigen Medien für widerlich. Es sei einer Demokratie unwürdig. Die GDL tue das, was eine Gewerkschaft nun mal mache: Sie kämpfe für die Rechte ihrer Mitglieder.

Lesen Sie dazu auch:

- Brief an Claus Weselsky

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