Energy-Drinks

Bald kein Koffein-Kick mehr für Jugendliche unter 18?

Schädlich für Jugendliche? Die SPD will Energy Drinks für Jugendliche unter 18 Jahren verbieten. Die CDU hält dieses Verbot für übertrieben. Foto: dpa

Kassel. Sozialdemokraten wollen Energy-Drinks für Minderjährige verbieten. Experten warnen vor den Gefahren, wenn die Drinks in zu großer Menge getrunken werden.

Schon morgens auf dem Weg zur Schule sieht man Jugendliche mit den Dosen in der Hand, die vor allem eines versprechen: einen Wachmacher-Effekt. Energy Drinks wie Red Bull, Monster und andere Sorten sind beliebt bei Jugendlichen. Doch wie gefährlich sind Drinks eigentlich?

Zu gefährlich, findet die SPD in Hessen, die bereits im September 2014 einen Antrag im Landtag eingebracht hat, den Verkauf an Jugendliche zu verbieten. Auch einige Bundestagsabgeordnete der SPD wollen ein Verbot durchsetzen. Derzeit werde geprüft, ob Kinder und Jugendliche über das Lebensmittelrecht hinaus vor Energy Drinks zu schützen sind, sagte eine Sprecherin des Bundesfamilienministeriums kürzlich gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa).

Immer wieder wurde weltweit von Todesfällen berichtet, die im Zusammenhang mit Energy Drinks stehen könnten. In den USA zog eine Mutter gegen den Hersteller von „Monster“ vor Gericht, weil sie vermuteten, ihre 14-jährige Tochter sei an den Folgen des Konsums gestorben. Das Unternehmen wies den Vorwurf zurück. In Litauen ist die Abgabe inzwischen an unter 18-Jährige verboten.

In Deutschland und europaweit gibt es seit dem 13. Dezember eine neue Lebensmittelverordnung: Sie sieht vor, dass alle Getränke - mit Ausnahme von Kaffee und Tee - ab 150 Milligramm Koffein pro Liter mit einem Warnhinweis gekennzeichnet werden: „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen.“

CDU und Grüne dagegen 

250 Milliliter Energy Drink enthalten im Durchschnitt 80 Milligramm Koffein, etwa so viel wie zwei Tassen Filterkaffee. Für Erwachsene gilt ein Koffeinkonsum von bis zu 300 Milligramm am Tag als gesundheitlich unbedenklich. Das berichtet dpa mit Verweis auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Der SPD in Hessen geht die derzeitige Regelung mit den Warnhinweisen nicht weit genug. „Verbraucherorganisationen haben uns bestätigt, dass die Warnhinweise zu klein sind“, sagt Angelika Löber, verbraucherpolitische Sprecherin der SPD. Sie fordert eine umfassende Kennzeichnung der Inhalte und ein Verkaufsverbot an Kinder und Jugendliche. Problematisch sei außerdem, dass die gesetzlich festgelegten Höchstmengen für Energy Drinks teilweise umgangen würden. Sogenannte Shots fallen nicht unter diese gesetzlichen Höchstmengen, da sie als Nahrungsergänzungsmittel gelten.

Das BfR gab 2009 eine Warnung dazu ab. Die Hersteller sind allerdings verpflichtet, Verzehrempfehlungen auf die Verpackung zu drucken. Man sollte nicht mehr als einen Shot am Tag trinken.

Ein Verbot hält Angela Dorn von den hessischen Grünen für übertrieben, wie sie auf Twitter schreibt. Zustimmung gibt es von der CDU. Die Forderung nach halten wir für überzogen. schreibt Armin Schwarz, verbraucherschutzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion auf seiner Homepage.

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