Personalversammlung in Chaos-Behörde

„Alternative Fakten“: Unzufriedene Mitarbeiter üben Kritik an Ex-Chef Weise

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Frank-Jürgen Weise

Die Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben in der Personalversammlung am Mittwoch in Nürnberg deutliche Kritik an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geübt.

Das erfuhr die Onlineredaktion des Münchner Merkur aus Teilnehmerkreisen. Die Vorsitzende des örtlichen Personalrats, Angelika Wenzl, machte dem CSU-Chef dabei den Vorwurf, er habe sich im Innenausschuss nicht vor die Bediensteten seiner Behörde gestellt, die „Opfer politischer Untätigkeit und unrealistischer Vorgaben geworden" sei. Alle Mitarbeiter würden seit dem Skandal in der Bremer Außenstelle pauschal unter Korruptionsverdacht gestellt werden, beklagte sie. (Mehr Infos auf Merkur.de*)

Der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats, Rudolf Scheinost, sorgte mit einem Napoleon-Zitat für Aufsehen und ging damit die Bamf-Führung um Präsidentin Jutta Cordt an: "Es gibt keine schlechten Mannschaften. Es gibt nur schlechte Offiziere", erklärte er.

Beispielhaft für die schlechte Stimmung unter den Mitarbeitern zitierten mehrere Redner, u.a. Wenzl, den Bericht von Merkur.de vom Dienstagabend. Darin erzählten anonyme Mitarbeiter von "Stasi-Methoden" der Führung. Mit diesen wolle man die undichten Stellen in der Behörde finden, ist unter den zitierten Mitarbeitern die vorherrschende Meinung.

Die Vorsitzende Wenzl griff zudem Ex-Bamf-Chef Frank-Jürgen Weise an und warf ihm vor, er verbreite „alternative Fakten“. Zuletzt war ein Brief Weises an das Innenministerium aufgetaucht. Darin schrieb er, vor seinem Amtsantritt im Herbst 2015 "noch nie einen so schlechten Zustand einer Behörde erlebt“ zu haben.

Bamf-Präsidentin Jutta Cordt sicherte offenbar zu, alle Anhaltspunkte auf Unregelmäßigkeiten genau zu prüfen.

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