Baumfällungen auf Gießener Gartenschaugelände beendet

Gießen.Viele Bäume sollten für die Landesgartenschau in Gießen weichen. Die Arbeiten konnten wochenlang nicht beginnen, weil Gegner auf mehreren Fronten dagegen kämpften. Am Ende hatten aber doch die Sägen das Sagen - und die Planer atmen auf.

Der Protest dauerte Monate, doch am Ende ging alles schnell: Innerhalb weniger Wochen sind auf dem Gießener Landesgartenschau-Gelände viele Bäume gefällt worden. „Die Fällungen sind jetzt beendet“, sagte Beatrix Bauer, Sprecherin der Landesgartenschau-Gesellschaft. Nun stünden noch die Aufräumarbeiten an. Damit sind die Macher der umstrittenen Blumenschau nach eigenen Angaben wieder weitgehend im Zeitplan. Die Proteste - Kritiker versuchten mit politischen und juristischen Mitteln die Arbeiten zu stoppen - hatten die Planungen verzögert. Gießen richtet 2014 Hessens fünfte Landesgartenschau aus.

Die Sägen waren seit dem 24. Februar im Einsatz, zuvor hatte der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Kassel grünes Licht dafür gegeben. Und dank zweier Ausnahmegenehmigungen von Naturschutz- und Wasserbehörden durfte auch über Februar hinaus gesägt und gerodet werden. Die Fäll-Frist endet damit spätestens am 16. März. Weitere Arbeiten - Spundwände-Bau an einem Teich - dürfen noch bis Ende März durchgeführt werden.

Ohne diese Erlaubnis hätten 174 Bäume sowie 2000 Quadratmeter Gebüsch aus naturschutzrechtlichen Gründen bis Herbst unangetastet bleiben müssen, was aus Sicht der Schau-Macher die Planungen für die Landesgartenschau in arge Bedrängnis gebracht hätte. Das wiederum hätte wohl die Kritiker gefreut. Denn die Bürgerinitiative „Stoppt diese Landesgartenschau“ will ein Bürgerbegehren und damit einen Bürgerentscheid gegen das Großereignis erreichen, nicht nur wegen ökologischer, sondern auch wegen finanzieller Bedenken.

In der Sache haben seit Februar die Gerichte das Wort. Das Verwaltungsgericht Gießen hatte zunächst entschieden, dass das Bürgerbegehren zumindest teilweise zulässig ist: Die Richter verboten der Stadt vorerst, weitere Kredite für die Schau aufzunehmen. Allerdings erklärten sie das Bürgerbegehren gegen die Bauarbeiten für unzulässig. Dagegen waren die Gegner vor den VGH gezogen - erfolglos.

Die Entscheidung der Kasseler Richter zum Schulden-Aspekt steht noch aus. Darüber soll in diesem Monat entschieden werden, wie ein Justizsprecher sagte. Die Bürgerinitiative rechnet sich laut Sprecherin Martina Lennartz gute Chancen aus. Sie ist sauer, dass die Bäume tatsächlich gefällt wurden. „Das ist eine Riesensauerei“, sagte sie. Dadurch seien wichtige Biotope zerstört worden, außerdem hätten mehr als die 174 Bäume weichen müssen.

Wie es mit den Arbeiten auf dem Schaugelände weitergeht, wird nach Angaben von Gartenschau-Sprecherin Bauer erst nach der Entscheidung der Kasseler Richter klar sein. Als nächstes auf dem Plan stehen unter anderem Brücken- und Tiefbauarbeiten. (dpa)

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