Offshore-Anlagen: Deutschland hinkt hinterher – Messe bis Freitag in der Hansestadt

Baustelle See-Windpark

Projekt der Zukunft: Deutschland plant viele große Anlagen in Nord- und Ostsee. Derzeit schaut man aber noch der Konkurrenz aus den Nachbarländern wie Dänemark und Großbritannien hinterher. Foto: dpa

Bremen. Flaute herrscht zwar nicht beim Bau von Windkraftanlagen im deutschen Seegebiet, aber die Bundesrepublik segelt mit Abstand hinter führenden Nationen in Europa her. Auch darüber wird während der Messe „Windforce 2012“, die noch bis Freitag in Bremen läuft, zu sprechen sein.

In der Hansestadt trifft sich die Offshore-Windenergie-Branche. Bei „Windforce 2012“ präsentieren in dieser Woche mehr als 260 internationale Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Erzeugung von Strom im Meer.

Deutschland muss aufholen

Deutschland hinkt beim Bau von Windparks auf See deutlich hinter Nachbarländern wie Großbritannien, Dänemark, Schweden und Finnland hinterher.

In der Nordsee gibt es unter 16 Großanlagen nur einen deutschen Windpark, Alpha Ventus, der seit 2009 in Betrieb ist. Allerdings: fünf deutsche Offshore-Anlagen sind in Bau, 26 sind insgesamt in der Planungphase.

Ähnlich zurückhaltend agiert Deutschland in der Ostsee. Dort drehen sich bislang die Flügel von etwa 320 Windrädern in 16 Offshore-Parks, darunter ist nur ein deutscher Windpark – Baltic I – nördlich der mecklenburgischen Halbinsel Darß. Baltic II wird gerade gebaut, noch weiter draußen auf der Ostsee, gut 30 Kilometer vor der Küste, aus optischen Gründen. Das macht die Offshore-Windanlagen samt Anschluss ans Netz teurer.

Die Dänen sind diesbezüglich weit weniger zimperlich gewesen: Ihre riesigen Parks sind zum Teil bereits seit vielen Jahren am Netz und stehen näher an der Küste, sind daher bei Bau, Wartung und Anschluss weniger kostenintensiv. Auch werden die Bürger in die Projekte eingebunden, ja oft ist eine Beteiligung möglich. So gibt es auch weit weniger Widerstand gegen einen küstennahen Bau der Parks. In Deutschland ist es nicht so gut bestellt um Bürgerwindparks auf See: Ein Projekt in der Nordsee scheiterte. Hier sind Firmen, Anlageunternehmen und Banken an dem Geschäft mit wenig Risiko beteiligt.

Über diese Probleme soll bei einer heute beginnenden Konferenz mit etwa 800 Teilnehmern aus dem In- und Ausland gesprochen werden. Thema wird auch der Netzanschluss der Windparks sein, der sich teilweise verzögert und so das gesamte deutsche Energiekonzept ins Wanken bringt.

Von Thomas Kopietz

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