Investition auf Rekordhöhe

B.Braun steigert Ertrag: 315 Millionen Euro Gewinn

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Ein Blick in die Life-Fabrik der B. Braun Melsungen AG in Melsungen. Mitarbeiter Holger Bartel überwacht die Produktion von Infusionslösungen

Melsungen. Der Medizintechnik und Pharmakonzern B.Braun Melsungen AG ist mit einem Rekordergebnis in sein Jubiläumsjahr gestartet. Der Konzern der vor 175 Jahren gegründet wurde, steigerte 2013 Umsatz und Ertrag und erwartet im laufenden Jahr weiteren Auftrieb.

Auf den ersten Blick macht das kleine Ding nichts her: ein flaches Kunststoffklötzchen mit grau-brauner rauer Beschichtung. Für den Medizintechnik- und Pharmahersteller B. Braun Melsungen AG bietet das unscheinbare Teil, das zerschlissene Bandscheiben ersetzt, eine wichtige Innovation: Die raue Oberfläche hilft, dass sich der Knochen mit dem Fremdkörper verbinden kann.

Aktualisiert um 19 Uhr.

Für neue und verbesserte Produkte wie das Wirbelsäulenimplantat gibt der nordhessische Konzern viel Geld aus: 218,6 Millionen Euro steckte er 2013 in Forschung und Entwicklung, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Mehr als die Hälfte der Summe blieb an den deutschen Standorten. Gleichzeitig arbeitet das nicht börsennotierte Unternehmen ein ehrgeiziges Investitionsprogramm ab. Drei Milliarden Euro flossen von 2009 bis Ende 2013.

Hintergrund: So verdient B. Braun

Das Geschäft des Konzerns ruht auf vier Sparten:

Hospital Care: Das Geschäft mit Massenbedarf für Kliniken ist mit 2,5 Mrd. Euro Umsatz (plus 2,6 Prozent) die größte Sparte.

Aesculap: Die Chirurgietochter litt unter dem starken Euro und blieb deshalb mit 1,4 Mrd. Euro Umsatz auf Vorjahresniveau.

Avitum: Der Umsatz mit Produkten und Dienstleistungen rund um die Dialyse wuchs um 9,5 Prozent auf 612,5 Mio. Euro.

OPM: Mit Produkten für Pflege und Praxen wurden 608,9 Mio Euro umgesetzt.

Für Heinz-Walter Große ist das Geld gut angelegt. Denn fast all die 5000 Produkte, die der Konzern verkauft, kommen aus eigenen Werken. „Das ist das Rückgrat von B. Braun“, sagt Große.

Die Rekordinvestition von 1,03 Mrd. Euro 2013 umfasste allerdings mehr als Produkte und Fabriken. Gut 400 Mio. Euro stecken in einer Beteiligung von 15,08 Prozent am Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum. Was aus dem Aktienpaket wird, das ursprünglich erworben wurde, um Fusionspläne zwischen den Krankenhausbetreibern Rhön und Fresenius zu durchkreuzen, ist offen. Ein Aktienrückkaufsprogramm von der Rhön Klinikum AG steht im Raum. Ob B. Braun es nutzen würde, ist noch nicht entschieden. Schließlich sei die Beteiligung ein werthaltiges Investment. Doch die Melsunger haben noch einen anderen Wunsch: „Mit unseren 15 Prozent hätten wir gern einen Sitz im Aufsichtsrat“, sagt Große. Das letzte Wort darüber haben die Rhön-Aktionäre.

In diesem Jahr wird B. Braun 175 Jahre alt. In das Jubiläumsjahr startete der Konzern mit Rekordzahlen. Der Umsatz stieg um 2,4 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro. Deutschland und Europa sind die wichtigsten Märkte von B. Braun. Doch gut zwei Mrd. Euro Umsatz werden außerhalb des Euroraums abgewickelt und von Währungsschwankungen beeinflusst.

Der Überschuss kletterte, auch dank einer günstigeren Steuerquote um 9,3 Prozent auf 315,5 Millionen Euro. Die Gewinnspanne legte leicht zu. Vom Umsatz blieben 15,2 Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) übrig. Die Marge soll schrittweise auf 16 Prozent steigen. Die Nettofinanzschulden stiegen wegen der hohen Investitionen um gut ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro, bewegen sich nach Worten von Finanzvorstand Annette Beller aber weiterhin „auf einem Niveau, das sehr akzeptabel ist“.

Trotz der gestiegenen Verbindlichkeiten hat der Konzern noch eine Eigenkapitalquote von 40,2 Prozent.

Von den guten Geschäftsergebnissen werden auch die Beschäftigten profitieren, die in Melsungen, Tuttlingen und Berlin bis zu 104 Stunden Mehrarbeit im Jahr leisten. Sie sollen bis zu 1345 Euro als Erfolgsbeteiligung erhalten.

Von Barbara Will

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