Kommentar zu Nichtwählern: „Bedächtige Demokraten“

Tibor Pézsa über Nichtwähler

Anders als in Belgien ist das Nichtwählen hierzulande legal und legitim. Fast ein Drittel aller Wahlberechtigten ging 2009 nicht zur Wahl. Das machte wohl kaum einen Unterschied.

Angela Merkel blieb Kanzlerin, obwohl die Union nur von historisch wenigen Wählern gewählt wurde. Pech für die anderen: Sie fanden noch weniger Zustimmung.

Wer nicht wählt, ist ja deswegen nicht gleich ein Feind der Demokratie. Er macht nur von seinem Recht nicht Gebrauch und sendet damit eine oder mehrere Botschaften:

• Alles ist wunderbar und wird auch so bleiben.

• Mir ist alles egal.

• Ich habe gerade keine Lust.

• Meine Stimme ändert nichts.

• Ich würde ja gerne, aber es gibt für mich kein Angebot.

• Ich zeige meine Verachtung.

• Mir ist das zu kompliziert.

Der letzte Punkt ist nicht zu unterschätzen. Umfragen zeigen, dass viele Menschen Parteiprogramme kaum verstehen. Vor allem aber ist unsere Demokratie mit so vielen Verzögerungen, gegenseitigen Kontrollen und Einspruchsmöglichkeiten versehen, dass es für Ergebnisse mitunter viele Jahre braucht. Die Gründer unserer Republik wollten das Volk zwar bestimmen lassen, aber dies nach den Erfahrungen der Nazizeit keinesfalls so direkt und effektiv wie etwa in der Schweiz.

So wurden wir bedächtige Demokraten. Wir finden nicht alles wunderbar, wir legen Wert auf Mitsprache, und wir bemühen uns, wenn wir etwas nicht verstehen. Ich werde wählen gehen. Ich habe es immer getan.

Ein Kommentar von Tibor Pézsa

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