Riesenspannung vor der Niedersachsen-Wahl

Spannung vor der Niedersachsen-Wahl: Beide Lager liegen Kopf an Kopf

Seit 2010 Ministerpräsident: David McAllister (CDU).

Hannover. Schafft es Rot-Grün – oder wird Schwarz-Gelb nach großer Aufholjagd doch wieder bestätigt? Die Landtagswahl in Niedersachsen am morgigen Sonntag ist eine der spannendsten seit Jahren.

In Deutschlands zweitgrößtem Flächenland können rund 6,1 Millionen Menschen entscheiden, ob die CDU/FDP-Regierung von Ministerpräsident David McAllister (CDU) an der Macht bleibt. Diese Koalition regiert Niedersachsen seit zehn Jahren.

Rot-Grün und Schwarz-Gelb liefern sich in der jüngsten Umfrage ein Kopf-an-Kopf-Rennen:

• SPD (33 Prozent) und Grüne (13 Prozent) kommen laut Institut GMS zusammen auf exakt die selben Werte wie CDU (41 Prozent) und FDP (5 Prozent).

• Den Linken und der Piratenpartei würde der Einzug ins Parlament danach nicht gelingen.

Herausforderer: Stephan Weil (SPD). Fotos: dpa

• 42 Prozent der befragten Bürger waren aber auch noch unentschlossen, für welche Partei sie stimmen wollen - und ob sie überhaupt wählen gehen.

Vor allem das Abschneiden der FDP könnte darüber entscheiden, ob SPD-Herausforderer Stephan Weil (54) Ministerpräsident wird oder sein Kontrahent McAllister (42) an der Macht bleibt. Dieser hatte das Amt des Regierungschefs 2010 von Christian Wulff übernommen, als dieser zum Bundespräsidenten gewählt wurde. (dpa)

Hintergrund: Niedersachsen-Wahl in Zahlen und Fakten

 Bei der Landtagswahl in Niedersachsen kämpfen 16 Parteien um die Stimmen der rund 6,1 Millionen Wahlberechtigten. Davon treten 11 Parteien mit Landeslisten und 5 nur mit Direktkandidaten an. Insgesamt gehen 659 Kandidaten ins Rennen um ein Mandat, aus den Wahlkreisen kommen davon 584. Die übrigen haben sich nur über die Landeslisten beworben. Für die mehr als 9000 Urnen- und Briefwahlbezirke sind rund 83 000 Wahlhelfer eingeplant.

Jüngster Bewerber ist der 18-jährige Torben Franz, der sich in Nienburg für die Linke um ein Direktmandat bewirbt. Die ebenfalls 18 Jahre alte Katharina Wienken von der Piratenpartei aus Cloppenburg ist nur wenige Monate älter. Ältester Kandidat ist mit 86 Jahren der von Bündnis 21/Rentnerinnen- und Rentnerpartei aufgestellte Walter Mehring aus Laatzen bei Hannover. Älteste weibliche Bewerberin ist die 76-jährige Hildesheimerin Regina Ruberg von den Freien Wählern.

Hintergrund: Das Wahlrecht in Niedersachsen 

Der niedersächsische Landtag wird für eine Legislaturperiode von fünf Jahren gewählt und besteht aus mindestens 135 Abgeordneten. Jeder Wähler in Niedersachsen hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wird in 87 Wahlkreisen je ein Abgeordneter direkt gewählt. 48 Parlamentarier erhalten ihr Mandat über die Landeslisten der Parteien. Um mit einer Liste in den Landtag zu kommen, muss eine Partei mindestens 5 Prozent der Zweitstimmen bekommen.

Die Zweitstimme ist Grundlage für die Berechnung der Sitzverteilung im Landtag. Hat eine Partei mehr Direktmandate errungen, als ihr auf Grundlage des Zweitstimmenergebnisses zustehen, so behält sie diese als Überhangmandate. Dafür bekommen die anderen Parteien Ausgleichsmandate, damit das Zweitstimmenergebnis nicht verfälscht wird. Auf diese Weise hat sich 2008 die Abgeordnetenzahl in Niedersachsen um 17 Überhang- und Ausgleichsmandate erhöht. Wählen und gewählt werden darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist, die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt und seit drei Monaten in Niedersachsen seinen Hauptwohnsitz hat.

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