John Conyers

Belästigungsvorwürfe: Einflussreicher US-Demokrat gibt Posten ab

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US-Demokrat John Conyers.

Der dienstälteste Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus, der Demokrat John Conyers, gibt wegen Belästigungsvorwürfen einen wichtigen Posten ab.

Washington - Der 88-Jährige teilte am Sonntag in Washington mit, er werde seinen Sitz im Rechtsausschuss abgeben, während er sich vor der Ethikkommission des Repräsentantenhauses um seine Rehabilitation bemühe. Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung wies Conyers zurück. Sein Abgeordnetenmandat will er behalten.

Conyers, dessen Wahlbezirk Michigan die Hälfte der ehemaligen Autostadt Detroit einschließt, machte sich durch seinen Kampf für die Rechte der Schwarzen einen Namen. Er ist der letzte amtierende Kongressabgeordnete, der schon unter Ex-Präsident Lyndon Johnson in den 1960er Jahren diente.

Vertreter der Ethikkommission hatten am Dienstag Ermittlungen gegen Conyers angekündigt, nachdem Vorwürfe laut geworden waren, der Politiker habe über Jahre hinweg Mitarbeiterinnen sexuell belästigt und öffentliche Gelder "für unerlaubte persönliche Zwecke" genutzt.

Die Website Buzzfeed hatte berichtet, Conyers habe vor zwei Jahren einer früheren parlamentarischen Mitarbeiterin 27.000 Dollar im Gegenzug für ihre Unterschrift unter ein Schweigeabkommen gezahlt. Die Frau habe ihm vorgeworfen, er habe sie entlassen, weil sie seine sexuellen Avancen zurückgewiesen hatte.

Der Website liegen nach eigenen Angaben Aussagen von mehreren einstigen Mitarbeitern des Abgeordneten vor, in denen diese Conyers Verhalten gegenüber weiblichen Mitarbeiterinnen beschrieben. Demnach habe der Demokrat die Frauen betatscht oder ihnen auf Dienstreisen häufig vorgeschlagen, sich mit ihm ein Hotelzimmer zu teilen. Den Zeugenaussagen zufolge ließ Conyers zudem mehrfach Geliebte auf Parlamentskosten mitreisen.

Conyers erklärte am Sonntag, die zitierten Dokumente seien "von einem Anhänger der Alt-Right-Bewegung" bezahlt worden. Buzzfeed hatte erklärt, die Unterlagen von Mike Cernovich erhalten zu haben, einem rechtsgerichteten Kommentator.

Die Welle der Enthüllungen über sexuelle Belästigungen durch Prominente in den USA hatte zuletzt auch den Kongress erreicht.

AFP

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