Messungen lassen vermuten, dass vor Christi Geburt Erz im Harz abgebaut wurde

Bergbau vor 2500 Jahren

Bergbauhistorie: Schon im 16. Jahrhundert wurde in der Grube Lautenthals Glück , die heute Besucherbergwerk ist, Erz abgebaut. Historiker gehen jetzt davon aus, dass im Harz schon im 5. bis 7. Jahrhundert vor Christus Erz gewonnen wurde. Foto: lni

Hannover. Die Menschen im Harz haben schon weit früher Erz abgebaut als bisher angenommen. Das haben Blei-Isotopen-Messungen von Kunstobjekten ergeben. „Bis jetzt steht in den Geschichtsbüchern, dass die Erzgewinnung im Harz im 10. Jahrhundert nach Christus begonnen hat. Wir glauben, dass der Harz schon im 5. bis 7. Jahrhundert vor Christus Bergbauregion war“, sagte Prof. Carla Vogt vom Institut für Anorganische Chemie der Leibniz Universität Hannover. Die Chemiker der Hochschule unterzeichneten am Dienstag einen Kooperationsvertrag mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege zur Erforschung archäologischer Fragestellungen. Die Ergebnisse der Forschung zur frühen Erzgewinnung im Südharz sollen in Kürze veröffentlicht werden.

„Die Chemiker bringen die Funde zum Sprechen“, erläuterte der Landesarchäologe Henning Haßmann. Ihre Untersuchungen geben Hinweise darauf, woher Kunstobjekte stammen. Haßmann zufolge können dank der Zusammenarbeit in Zukunft viele wirtschaftshistorische Fragen beantwortet werden. So verdichteten sich die Hinweise, dass in Norddeutschland bereits im frühen Mittelalter Messing und Kupfer hergestellt wurden. Lange hatten Archäologen geglaubt, dass kostbare Metalle in jener Zeit vom Balkan oder aus dem Süden importiert wurden.

Das Institut der Leibniz Uni wird sich an einem Moorleichen-Forschungsprojekt beteiligen. Die Chemiker hatten bereits die Haare der berühmten Teenager-Moorleiche Moora untersucht. Darüber hinaus sind sie in ein Projekt um Bardowick im Kreis Lüneburg eingebunden. Der Ort gehört zu den ältesten in Niedersachsen und war im frühen Mittelalter eines der größten Handelszentren im Norden. (lni)

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