Bericht: Drei Rentenerhöhungen bis 2013

Berlin - Die 20,2 Millionen Rentner in Deutschland können sich nach einem Zeitungsbericht auf mindestens drei Rentenerhöhungen in Folge freuen. Doch auch alle Erwerbstätigen dürfen sich freuen.

Den mehr als 20 Millionen Rentnern winken mindestens drei Rentenerhöhungen in Folge. Die Erhöhung dürfte bis 2013 bei jeweils rund einem Prozent liegen, meldete die “Bild“-Zeitung (Donnerstag) unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung zur Lohnentwicklung.

Ein Sprecher des Bundesarbeitsministerium sagte, die Berichte über konkrete Rentenerhöhungen seien “Spekulationen“, an denen er sich nicht beteiligen wolle. Allerdings gebe es “positive Signale“.

So will die Regierung 80 Milliarden Euro sparen

Sparpaket der Bundesregierung
ZUSCHLÄGE FÜR ARBEITSLOSE: Beim Übergang vom Arbeitslosengeld I nach II erhalten Erwerbslose bisher Zuschläge für zwei Jahre. Für Alleinstehende gibt esbis zu 160 Euro monatlich. Verheiratete erhalten das Doppelte. Diese Zuschläge fallen ersatzlos weg, was den Staat um 200 Millionen Euro im Jahr entlastet. © dpa
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ARBEITSLOSENVERSICHERUNG: Sie soll künftig ohne Darlehen oder Zuschüsse auskommen. Dies könnte auf eine Erhöhung des Beitragssatzes über die für 2011 festgelegten 3,0 Prozent hinausla ufen. Die Bundesagentur für Arbeit soll Leistungen stärker nach eigenem Ermessen gewähren können und dadurch ihre Ausgaben um bis zu 3,0 Milliarden Euro senken. © dpa
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HARTZ-IV-EMPFÄNGER: Bei ihnen will der Staat die Beiträge zur Rentenversicherung (1,8 Milliarden Euro im Jahr) einsparen. Entfallen soll für Empfänger von Arbeitslosengeld II auch das Elterngeld von 300 Euro monatlich. Die Staatskasse entlastet das um 400 Millionen im Jahr. © dpa
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ELTERNGELD: Die Lohnersatzleistung soll moderat gekürzt werden. Zwar will die Koalition den Höchstbetrag von maximal 1800 Euro im Monat nicht antasten. Doch werden künftig nur noch 65 statt 67 Prozent als Berechnungsgrundlage genommen, wenn das Nettoeinkommen über 1240 Euro im Monat beträgt. Das entlastet den Etat  um 200 Millionen Euro im Jahr. © dpa
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HEIZKOSTENZUSCHUSS: Er soll für Wohngeldempfänger gestrichen werden (Entlastung: 100 Millionen Euro). © dpa
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SUBVENTIONSABBAU: Durch Einschränkung der Ausnahmeregelungen von der Ökosteuer für besonders energieintensive Unternehmen sollen jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro mehr in die Staatskasse kommen. Aus den Sondergewinnen der Energiekonzerne aus der beabsichtigten Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke sollen  erhofft sich die Regierung jährlich  2,3 Milliarden Euro. © dpa
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LUFTVERKEHRSABGABE: Für Flugpassagiere ist eine “ökologische Luftverkehrsabgabe“ geplant. Sie soll jährlich etwa eine Milliarde Euro einspielen und bei Abflügen von deutschen Flughäfen erhoben und nach Kriterien wie Lärm und Energieverbrauch differenziert werden. © dpa
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BUNDESWEHR: Bei den Streitkräften sollen die Strukturen überprüft werden - mit dem Ziel, von 2013 jeweils zwei Milliarden Euro einzusparen. Die Rede ist von einer Reduzierung der Truppenstärke von derzeit 250 000 Soldaten um bis zu 40 000 Berufs- und Zeitsoldaten. Es soll bei einem Wehr- und Ersatzdienst von sechs Monaten bleiben. © dpa
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BUNDESBESCHÄFTIGTE: Ihre Zahl soll bis 2014 um bis zu 15 000 Stellen sinken. Derzeit gibt es im direkten öffentlichen Dienst des Bundes 129 000 Beamte und 149 000 Angestellte. Die Bundesbeamten müssen zudem mit einer Kürzung ihrer Bezüge um 2,5 Prozent rechnen. © dpa
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BUNDESBESCHÄFTIGTE: Die Kürzung soll durch den Verzicht auf die geplante Erhöhung des Weihnachtsgeldes für Beamte im Jahr 2011 erreicht werden und unterm Strich 800 Millionen im Jahr einsparen. Generell sollen die Ausgaben des Bundes pauschal auf mittlere Sicht um 4,4 Milliarden Euro im Jahr gesenkt werden. © dpa
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FINANZMARKTABGABE: Die schwarz-gelbe Koalition will “zügig“ die Voraussetzungen für die Einführung einer neuen Abgabe auf Finanzgeschäfte schaffen. Einnahmen daraus könnten direkt in den Haushalt fließen, so dass weniger gespart werden müsste. © dpa
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FINANZMARKTABGABE: Daneben sollen “weitere Maßnahmen zur Kostenbeteiligung auf den Weg gebracht“ werden. Die Bundesregierung setzt dabei auf eine internationale oder europäische Vorgehensweise. Sie behalte sich aber auch eine nationale Lösung vor. Angestrebt wird eine Lösung zum 1. Januar 2012. © dpa
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GESETZLICHE KRANKENVERSICHERUNG: In diesem Bereich soll nicht gekürzt werden. Vielmehr ist für 2011 ein zusätzlicher Einmalzuschuss von zwei Milliarden Euro vorgesehen. © dpa
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Die Pendler sind offenbar noch einmal mit einem baluen Auge davongekommen: An der Pendler-Pauschale soll nicht gespart werden. © dpa

Nach Prognosen des Bundeswirtschaftsministeriums ist bei den Bruttolöhnen und -gehältern je Arbeitnehmer 2010 und 2012 mit einem Anstieg von jeweils 2,2 Prozent zu rechnen, im laufenden Jahr sind es 2,1 Prozent. Die endgültigen Zahlen sind die Basis für die Berechnung der Rentenanpassung im darauffolgenden Jahr.

Fachleute wie der Freiburger Sozialexperte Bernd Raffelhüschen halten eine Rentenerhöhung um jeweils ein Prozent bis 2013 für realistisch. “Auf Basis der Zahlen ist mit einem Anstieg der Renten um jährlich gut ein Prozent zu rechnen“, sagte Raffelhüschen der Zeitung.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) wollte die Prognosen nicht bestätigen. “Die Höhe der Rentenanpassung bis 2013 seriös vorauszuberechnen, ist nicht möglich“, sagte ein Sprecher auf dpa-Anfrage. Die Höhe der Rentenanpassung 2011 stehe erst im Frühjahr dieses Jahres fest. Es gebe nach wie vor “zwei Unbekannte: Die Höhe der für die Rentenanpassung maßgebenden Lohnentwicklung und die Wirkung des Nachhaltigkeitsfaktors“. Allerdings hatte die DRV-Spitze selbst schon im vergangenen November eine Rentenerhöhung von etwa einem Prozent für 2011 ins Gespräch gebracht.

Sollte es eine Erhöhung in dieser Größenordnung geben, würde eine Monatsrente von 750 Euro um etwa 7,50 Euro angehoben. Bei 1200 Euro wären es 12 Euro monatlich mehr. Dass die Lohnerhöhungen deutlich kräftiger ausfallen als die Rentenaufschläge hat damit zu tun, dass rein rechnerisch ermittelte Rentenerhöhungen zur Hälfte wieder eingesammelt werden, also gar nicht bei den Rentnern ankommen. Auf diese Weise werden zwei außerplanmäßige Rentenerhöhungen der vergangenen Jahre und die unterbliebene Rentenkürzung im Westen schrittweise wieder kassiert.

In einer neuen Forsa-Umfrage für den Finanzdienstleister AWD äußerten 91 Prozent die Überzeugung, dass die gesetzliche Rente allein im Alter nicht ausreicht. 72 Prozent der Befragten sprachen sich gegen die Anhebung des Rentenalters von 65 auf 67 Jahre aus. Vor allem Ostdeutsche und Bürger mit einem Haushaltsnettoeinkommen von weniger als 3000 Euro halten davon nichts.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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